Wieso Blockchain im Crowdinvesting?

Liebes Tomorrow-Team,

ich habe gerade gerade das Prospekt fürs Crowdinvesting gelesen und bin über eine Sache doch sehr gestolpert: Ihr schreibt, dass ihr die Genussrechten entsprechenden Tokens über „die Blockchain-Technologie“ verwalten und handeln lassen wollt.

Ich verstehe ja, dass Blockchain vor ein paar Jahren der heiße Scheiß war, aber ausgehend von den eklatanten Fuckups, die in den letzten Jahren insbesondere in den ernstzunehmenderen (und verhältnismäßig gut geauditeten) Projekten Bitcoin und Ethereum aufgetreten sind, habe ich dazu ein paar Fragen:

  • Wieso soll eine Blockchain überhaupt verwendet werden? Der Hauptvorteil einer Blockchain über konventionelle Methoden der Datenspeicherung liegt in der Möglichkeit, dezentralisiert eine Wahrheit zu speichern und zu finden. Wieso ist euch das wichtig?
  • Wer betreibt die Nodes?
  • Wer entwickelt das ganze? Seid ihr zuversichtlich, dass diese Leute deutlich fähiger sind als die Teams, die z.B. Bitcoin und Ethereum entwickeln? Wie lange ist das ganze schon in Entwicklung? Ist der Source-Code offen? Wer hat’s geauditet?
  • Gibt es einen Plan, wenn Probleme aus der Technologie heraus auftreten? Was passiert zum Beispiel, wenn die Technologie doch Double Spending erlaubt? Wer haftet in diesem Fall?

Viele Grüße,
Oliver

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Hey Oliver,
nichts gegen heißen Scheiß, aber wir haben uns für die Blockchain entschieden, weil sie sehr konkrete Vorteile bietet. Dank Blockchain brauchen wir kein Depot für die Genussrechte, müssen keine Urkunden erstellen und sparen auch eine koordinierte Zahlstelle ein. Das senkt die Kosten für uns soweit, dass wir den Crowdinvestor*innen gar keine Kosten für das Investment in Rechnung stellen müssen.

Wiwin hat schon mehrere Crowdinvesting-Kampagnen ohne Probleme über die Blockchain abgewickelt, so dass wir hier einen erfahrenen Partner an unserer Seite haben, der wie alle anderen Finanzvermittler in Deutschland auditiert wird.

Wir setzten auf die Ethereum-Blockchain, halten die Entwicklerteams dahinter aber für durchaus sehr fähig, was Deiner Wahrnehmung offenbar widerspricht.

Deine weiterführenden Fragen, habe ich an unsere Techniker weitergeleitet - dazu melden sich Vinz oder ich später nochmal.

Beste Grüße
Ron

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Hallo Ron,

vielen Dank schon einmal für die Infos.

Zuerst ein Missverständnis: Ich halte Ethereum für eines der spannendsten Projekte im Bereich Blockchain und halte recht viel von der Entwicklung - trotzdem gab es in den vergangenen Jahren da ja größere Probleme, das bekannteste der Hard Fork in 2016 um Werte der Größenordnung von zig Millionen nicht zu verlieren. Die Leute sind keinesfalls inkompetent, aber die Probleme aus verschiedenen Gründen sehr schwierig.

Alte Technologien wie Depots und Clearingstellen sind natürlich teurer, haben aber den für Investoren immensen Vorteil der geklärten Haftbarkeit (genau dafür zahlt man ja). Mir ist von keinem Fall bekannt, wo eine Clearingstelle Werte dieser Höhe mal unwiederbringlich verloren hätte, wie es in der Blockchain-Welt immer mal wieder vorkommt.

Ihr schreibt im Prospekt ja ganz transparent, dass zusätzlich zum üblichen Risiko des Investments noch das technologische Risiko der Blockchain kommt. Wenn die Gesamtantwort ist, dass die Entscheidung gefallen ist, um Kosten auf eurer Seite zu minimieren und Risiko auf die Investorseite zu übertragen, ist das natürlich von eurer Seite völlig legitim und beantwortet meine erste und vielleicht wichtigste Frage vollständig. Wenn aus der Technik-Abteilung noch Antworten auf die anderen Fragen kommen, die mir bei meiner Risikoeinschätzung und Neugierbefriedigung helfen, freue ich mich sehr darüber.

Viele Grüße,
Oliver

Hey Oliver,
die Kosten des Investments zu minimieren liegt durchaus auch im Interesse der Investor*innen - oft werden solche Kosten sogar komplett auf diese umgelegt. Wir haben sie minimiert und übernehmen sie selbst.

Genau, die Risiken sind in der Anlage-Broschüre genau aufgedröselt und transparent gemacht. Wenn wir sie aber nicht für beherrschbar oder kalkulierbar halten würden, hätten wir das Produkt nicht so gebaut.

Generell gilt beim Crowd-Investing: Für den, dem es zu riskant ist, ist es nicht das richtige. Punkt.

Weitere Antworten kommen, sobald ich sie habe.
:wink: R.

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Ich habe Rückmeldung von unseren Technikern bekommen. Folgendes zu den angesprochenen Punkten:

Nodes:
Jede*r kann Nodes betreiben. Zu Details seht bitte auch hier: https://ethereum.org/en/developers/docs/nodes-and-clients/

Entwicklung:
Die Smart Contracts sind von Cashlink entwickelt worden und einem eingehenden Audit unterzogen worden. Den Audit Report findet ihr hier: https://cashlink.de/wp-content/uploads/2020/02/CSH-01-report.pdf

Maintenance:
Cashlink aktualisiert seine Technologie und Smart Contracts fortlaufend, dazu gehören auch Sicherheits-Updates und Bug-Fixes. Die Frage der Haftung ist eher eine rechtliche als eine technische. Diese Fragen sind in deren Vertragswerk behandelt und dann zu evaluieren, wenn der Fall eintritt. Wie üblich bei Haftung liegt es in der Regel in der Frage des Verschuldens.

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