Wenn ich es nicht falsch verstehe, so sehe ich „Wero“ als sehr wichtige Initiative, um ein europäisches Bezahlsystem aufzubauen, um unabhängiger von VISA, Mastercard, Paypal etc. zu werden, die bereits jetzt eine viel zu starke Marktmacht besitzen und recht saftige Gebühren pro Zahlung nehmen, was am Ende Geschäfte und Verbraucherinnen belastet.
Angeteasert wird das u.a. hier:
Ich würde mich sehr freuen, wenn Tomorrow sich vehement dafür einsetzt und es schafft, Solaris zur Teilnahme zu drängen. Ich nutze Tomorrow gerne, jedoch bezahlt man ungerne mit der Karte, insbesondere bei kleinen Geschäften. Es gibt immer noch kleine Betriebe, welche die Karte nicht akzeptieren. Irgendwo verständlich, aber am Ende auch wieder ein Nachteil am Markt, wenn sie sich nicht dem Kreditkartenjoch ausliefern möchten.
Ich hoffe immer noch, dass Themen aus dem Forum in die Führungsebenen von Tomorrow gelangen.
Wero ist aktuell ein P2P-Zahlungsdiemst, der Geld senden zwischen Privatpersonen erlaubt, ohne Kontonummern auszutauschen, über Handynummer z.B.
Die E-Commerce- und Zahlungsaufforderungsfunktionen kommen voraussichtlich, aktueller Berichterstattung folgend, leider später als geplant.
Und wir wissen noch nicht, wie das konkret aussieht. Visa ist ja nicht nur ein Zahlungsnetzwerkbetreiber, der Gebühren verlangt, Verbraucher haben auch einen gewissen Schutz (Chargeback-Verfahren). Diese Art Versicherung kostet natürlich.
Wero und E-Commerce wird meines Erachtens erst dann zum Visa- und Paypal-KIller, wenn es ein ähnliches Level an Verbraucherschutz bietet. Sonst ist es nur Fancy Vorkasse. Und natürlich wird sich dieses extra Level an Sicherheit bei den Händlergebühren bemerkbar machen. Zur genauen Ausgestaltung gibt es aber noch keine Details.
Ich will ebenfalls, das Wero ein Erfolg wird. Für eine Marktdurchdringung ist es aber natürlich viel entscheidender, dass die großen Player an Bord sind. Kleine Fintechs wie Solaris folgen dann schon. Meine größere Sorge ist also, dass genügend etablierte Großbanken wie UniCredit, Commerzbank, ING, DKB, … teilnehmen. Die kleineren folgen dann. Solaris kann Vorreiter sein, trägt aber zum europaweiten Erfolg des Systems kaum bei. Klar ist es toll, wenn man von Tomorrow zur Sparkasse oder zum Kumpel nach Frankreich über die Handynummer einfach Geld senden kann. Aber aktuell überwiegt bei mir noch die Sorge eines Scheiterns von Wero gegenüber der Sorge, als Tomorrow-Kunde auf dieses Feature verzichten zu müssen.
Kann jemand die Gebühren besser einschätzen? Für mich klingt es fair:
Privatnutzer
Kostenfreie Nutzung: Überweisungen und Empfang von Geld mit Wero sind für Privatleute in der Regel kostenlos, solange die eigene Bank keine Gebühren für Überweisungen oder bestimmte Freigabeverfahren erhebt. Gebühren, die auf Ihr persönliches Kontomodell zurückgehen, gelten weiterhin unabhängig von Wero.
Keine zusätzlichen Wero-Gebühren: Für Privatkunden selbst fallen keine Extra-Kosten durch Wero an. Die Nutzung ist also – wie etwa bei Paypal Friends – gebührenfrei.
Händler und Geschäftskunden (Wero-PRO)
Transaktionsgebühren möglich: Für Händler (Wero-PRO) wird in den meisten Fällen eine prozentuale Gebühr pro eingehender Zahlung berechnet. Die genaue Höhe hängt von der jeweiligen Bank ab – Beispiele aus 2025 sprechen von Entgelten zwischen 0,5% und 0,77% des Umsatzes je Transaktion.
Bei den Volksbanken lag der Einführungspreis bis zum 31.05.2025 noch bei 0%, danach werden z.B. 0,5% berechnet.
Sparkassen nennen z.B. 0,77% pro Transaktion für Wero-Zahlungen im Online-Shop.
Einzelne Institute oder Plattformen können andere Modelle anbieten oder Rabatte gewähren.
Keine festen monatlichen Grundgebühren: Es gibt bislang keine Hinweise auf monatliche Grundgebühren, sondern nur prozentbasierte Transaktionsentgelte für Händler.
Gebührentransparenz über die Bank: Die genaue Gebühr erfahren Sie bei der Aktivierung von Wero-PRO, sie ist zustimmungspflichtig und im Preisverzeichnis der jeweiligen Bank zu finden.
Privatpersonen: Echtzeitüberweisungen dürfen nicht mehr kosten als reguläre Überweisungen. Wero-Transaktionen sind für Privatnutzer:innen nichts anderes als SEPA-Instant-Überweisungen, die über einen Proxy-Dienst via E-Mail-Adresse oder Handynummer zugestellt werden. Es wäre also schon mal schräg, wenn irgendjemand versucht, durch die Hintertür hier Gebühren einzuführen, die gesetzlich für reguläre Echtzeitüberweisungen unzulässig sind.
Händlergebühren: die werden abhängig sein von den Mehrwertdiensten und werden sich mit der Zeit einpendeln. Wie teuer wird es werden, Chargebacks abzuwickeln? Welche Form von Absicherung will ein Zahlungsanbieter den Käufern und den Verkäufern bieten? Paypal ist ja auch deswegen so teuer, weil sie sehr guten Käuferschutz anbieten. Kreditkartennetzwerke lassen sich natürlich auch die Kosten durch Chargeback durch die Händler bezahlen. Das ist vor dem Start eines neuen Zahlungsmodells schwierig abzuschätzen. Ich gehe davon aus, dass sich hier in den ersten Jahren nach dem Start einiges bewegt.
Wero wird in den meisten Fällen Händlern vermutlich nicht solo angeboten werden sondern als Paket mit anderen Zahlungsmethoden zusammen. Nur Wero als Zahlungsform zu akzeptieren, macht irgendwie keinen Sinn. Händler können sich dann, wie jetzt auch, halt eben für Abrechnungsmodelle ohne monatliche Grundkosten und höheren Transaktionsgebühren oder monatliche Grundkosten und kleinere Transaktionsgebühren entscheiden. Wero nimmt man dann als Händler einfach als zusätzliche Zahlungsart mit ins Paket mit auf.