Google Analytics bei Tomorrow

Die Diskussion über Tracker und speziell Google Analytics gab es schon in mehreren verschiedenen Threads, ich versuche aber mal, das alles zusammenzufassen.

Webseite

Auf der Webseite wurde mal Google Analytics verwendet [1], dann habt ihr aber (spätestens November 2019) auf Matomo umgestellt [2]. Das scheint auch aktuell noch der Fall zu sein [3]. Daumen hoch dafür :+1:

1: Könnt ihr meine neue nachhaltige Bank werden?
2: Könnt ihr meine neue nachhaltige Bank werden? - #2 by inaktiv
3: Ergebnisse für https://www.tomorrow.one/de-d

Forum

Auch im Forum wurde Google Analytics verwendet [4], dann hieß es im November 2019, ihr wärt gerade dabei, die Tracker aus dem Forum zu werfen [5]. Aktuell scheint das auch zu passen [6]. Bis hier hin auch Daumen hoch :+1:

4: Könnt ihr meine neue nachhaltige Bank werden? - #5 by vielleicht
5: Könnt ihr meine neue nachhaltige Bank werden? - #6 by inaktiv
6: Ergebnisse für https://community.tomorrow.on

Forum 2.0

Nun plant ihr laut [7], [8] und [9], für das Forums-Redesign statt Matomo (das aktuell genutzt wird?) hier wieder zurück zu Google Analytics zu gehen:

7: Tomorrow Community 2.0 - #55 by falko
8: Tomorrow Community 2.0 - #66 by Vinz
9: Tomorrow App auf LineageOS - #35 by Vinz

Nachdem es hier ja anscheinend einige Punkte gab, wo Google Analytics deutlich besser als die selbst gehostete und datenschutzfreundlichere Alternative Matomo abschneidet: @Vinz könnt Ihr uns diese Vorteile erklären? Es scheint ja (zumindest in der Community) viele zu geben, denen Datenschutz wichtig ist, und die sich über die Erklärung freuen würden :slight_smile:

App

Da verweise ich komplett auf [10] (speziell auf [11]), um hier kein neues Fass aufzumachen :smiley:

10: Könnt ihr meine neue nachhaltige Bank werden?
11: Könnt ihr meine neue nachhaltige Bank werden? - #29 by Vinz

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@Vinz oder auch @Jacqueline, könnt Ihr hier bitte etwas Licht ins Dunkel bringen?

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Finde ich auch nicht gut. Verstehe den Schritt zwar, aber man sollte es trotzdem anders machen. Vor allem als Bank, die für etwas einstehen will. Das ist für mich im Grunde Doppelmoral. Abgesehen von der Privatsphäre sollte Google auch als Datenkrake nicht unterstützt werden oder aufgrund ihrer Militärprojekte oder oder oder… da gibt es massenweise Gründe für.

Hauptsache es bleibt in der App deaktivierbar wie bisher. Möchte nicht, dass Apps nach Hause telefonieren und möchte mir auch die Daten sparen, die mobil gesendet werde. Egal wie klein die auch sein mögen.

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Dem stimme ich zu. Wir alle haben uns für eine Bank entscheiden, welche ein besseres Morgen etablieren möchte. Dazu gehört ebenfalls Großkonzerne, welche ebenfalls nicht ethisch agieren, nicht zu unterstützen.

@Vinz Ich kenne zwar nicht Eure Roadmap und wie weit dies bereits in der Entwicklung fortgeschritten ist, aber vllt. kannst Du das Thema als Community Anliegen platzieren. Evtl. qualitativer durch eine Umfrage?

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Danke für Euer Feedback. Ich gebe das Feedback sehr gerne weiter.

Übrigens, da es noch nie so deutlich gesagt wurde: Ich gebe unheimlich viel an das Team weiter und, noch viel wichtiger, es gibt viele Kolleginnen die immer wieder auch auf das Forum schauen. Gerade wenn ihre Arbeit für Euch sichtbar wird, gucken alle gerne mal auf das Feedback.

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Die Entscheidung scheint nicht nur gegen die eigenen Werte hinsichtlich Datenschutz und Vermeidung von mächtigen Großkonzernen zu gehen, sondern macht auch uns Nutzern das Empfehlen schwieriger. Bisher war ein großes Argument dabei immer der Datenschutz, welcher sonst von Banken oft missachtet wird. Tomorrow konnte sich da positiv hervorheben. Es sind zwar Tracker vorhanden, aber ihr seid ja angeblich dabei, diese nach und nach zu entfernen, oder nutzt selbstgehostete wie Matomo. Auch die Überlegung der Bereitstellung der App in F Droid passte da super ins Bild und machte das Ganze glaubhaft.
Jetzt auf Google Analytics umzuschwenken finde ich ganz ganz schwierig. Klar, einen Großteil der Kunden wird das nicht interessieren, aber seid ihr nicht die Bank, welche zum Umdenken aufruft? Seid ihr nicht die Bank, die genau DIE Leute anspricht, welche bisher nicht interessiert hat, was eine Bank mit ihrem Geld so veranstaltet. Dann geht doch den Weg auch konsequent zuende und seid auch die Bank, welche Leuten nahelegt, was Google und Konsorten mit ihren Daten anstellen und sensibilisiert sie für Datenschutz.
Diese Entscheidung kratzt für mich leider an euren Werten und macht das ganze Projekt ein Stück unglaubhafter.

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Die Meinung kann ich voll und ganz unterstützen.

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Sehe ich ähnlich, während Leute von WhatsApp zu Signal wechseln, sollte man doch nicht zu Google hinwechseln.

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Moin ihr Lieben. Ich wollte mich nur noch mal zurückmelden, dass wir das Thema nicht ausschweigen. Vielmehr bin ich hier einfach nicht genug im Thema bewandert und gebe das Thema daher an Jacqueline ab. Da wir beide aber nicht immer überschneidende Arbeitszeiten haben, hat das Thema etwas geruht. Sie meldet sich aber demnächst deswegen.

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Liebe Community,

sorry für die etwas späte Antwort. Ich habe in der letzte Zeit herumgefragt und es gab auch Besprechungen zu diesem Thema.

Zunächst einmal danke für eure Fragen. Es ist für uns immer wichtig zu wissen, welche Fragen/Meinungen/Anregungen habt. Und wir wollen in diesem Zuge auch betonen, dass wir Fragen und Bedenken in Bezug auf Analytics und Daten sehr ernst nehmen.
Inspiriert durch Anfragen aus der Community zu diesem Thema arbeiten wir nun an einer einfachen und verständlichen Erklärung, warum wir verwenden, was wir verwenden, welche Daten wir nutzen, und warum das für uns notwendig ist. Denn Transparenz ist uns wichtig!

Nach meinen Nachfragen in den jeweiligen Abteilungen, kann ich zum Thema Google Analytics Folgendes sagen:
Der Hauptgrund, warum wir Google Analytics nutzen, ist die bessere Möglichkeit zur Auswertung von Kampagnen/Marketing-Aktivitäten. Und das ist für uns notwendig, wenn wir langfristig als eine gute Alternative zu anderen Banken auf dem Markt bleiben wollen. Mit der Bedienbarkeit und den Möglichkeiten von Matomo sind wir nicht zufrieden gewesen. Ob wir langfristig bei GoogleAnalytics bleiben oder zu einem neuen Tool schwenken, ist nicht sicher. Grundsätzlich auch erwähnenswert ist, dass man dem Tracking durch Google DSGVO-konform widersprechen kann.
Und ist klar, dass es vielen hier generell um die Entscheidung für die Nutzung von GoogleAnalytics geht und euere Meinung und Bedenken sind durchaus berechtigt. Wir können auch nur sagen, dass es nicht immer einfache Entscheidungen sind und wir sie auch abwägen. Und wir sind auch dankbar für den Input aus der Community.

Tut mir leid, dass ich nicht ausführlicher geworden bin, aber ich möchte dem offiziellen Statement nichts vorwegnehmen :slight_smile:

Zu App-Trackern habe ich in diesem Thread auch eine ausführlichere Antwort gepostet: Banking-App ohne Tracker bereitstellen

Wenn ihr spezielle Fragen und Bedenken habt (die noch nicht bereits in diesem Thread gennant wurden), könnt ihr diese gerne formulieren, damit wir das in der Stellungnahme berücksichtigen können.

Viele Grüße :sunny:
Jacqueline

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Es gab mal einen Artikel, der erklärt hat, warum der Großteil der von Marketing erstellten Zahlen und Analysen totaler Humbug ist, gerade in Bezug darauf, was dieses Marketing an neuen Kunden gebracht hat.

Wenn ich den Link wiederfinde reiche ich ihn nach.

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Wo genau kann man das denn? Soweit ich weiß muss man jedwedem Tracking beim Einbinder des Trackings widersprechen können. In dem Fall also bei Tomorrow und nicht bei Google, da ja Tomorrow die Google Analytics nutzt.

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Hallo Jacqueline,
vielen vielen Dank wie immer für eure Offenheit! Die Transparenz hier die Ihr durch dieses Forum hier schafft hebt euch definitiv von eurer Konkurrenz ab! :slight_smile:

Mich würde interessieren, auf welcher Rechtsgrundlage Tomorrow noch Daten in die USA weitergibt, auch nach dem Urteil Schrems 2 noch.
Kurzer Kontext:

Nach dem Urteil des EuGH reichen bei Datenübermittlungen in die USA Standardvertragsklauseln ohne zusätzliche Maß-nahmen grundsätzlich nicht aus.

Pressemitteilung der Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehördendes Bundes und der Länder vom 28.07.2020 , dort auch mehr.
Auch durch den CLOUD Act sind auch z.B. irische Niederlassungen von Google usw. ja von den entsprechenden US-Gesetzen abhängig. Dass sich US-Unternehmen im Zweifel natürlich lieber an US-Recht als an entgegengesetztes EU-Recht halten, andkdotisch auch hier.

Und zweitens: Kann das Ziel, die Probleme und Schwierigkeiten der Nutzer bei der Nutzung der App ausfindig zu machen, zu finden, nicht auch durch dieses Forum hier gelöst werden? Ich sehe hier viele ausführliche Berichte, wenn Benutzer Fragen oder Probleme haben.

Auch wenn sie es nicht in die Stellungnahme schafft, würde mich eine Antwort auf die Frage 1 sehr freuen. :slight_smile:

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Für die Stellungnahme interessant:
Seid ihr bereit, Opt-in statt Opt-Out anzubieten? Das wäre Fair, da es nicht die Unwissenheit der Masse ausnutzt. Beispielsweise beim ersten Öffnen der App eine ABfrage machen, welche gleichzeitig eine genaue Info über die Tracker enthält.
Einzelnes An-/Abschalten von Trackern wäre klasse, gerade in Verbindung mit einer detaillierten Erklärung, was die einzelnen bewirken. Dann kann jeder Nutzer selber entscheiden, welche Tracker er für angemessen hält.

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@johannes1 und @Turbotomate vielen Dank für die wertvollen Rückmeldungen und Fragen. Das nehme ich mit in unsere Diskussionen!

Mal so als Hinweis: Plausible Analytics

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Cooler Hinweis. Da bin ich doch glatt mal gespannt, warum das nicht gehen sollte!

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Die Verbesserung/Optimierung des »Nutzererlebnisses« hat vielfach einen höheren Stellenwert, als der Schutz des Nutzers bzw. seiner Daten. Insbesondere bei Apps aus dem Bereich Gesundheit, Finanzen, Sicherheit bzw. generell solchen, die sensible Daten verarbeiten, sendet die Integration von Tracking-Bibliotheken ein falsches Signal.

Abgesehen von den rechtlichen Anforderungen ist die Integration von Tracking-Bibliotheken und der damit einhergehenden, ungefragten Übermittlung von Daten an Analyse-Unternehmen, noch etwas anderes: Respektlos gegenüber dem Nutzer. Auch die nachträgliche Möglichkeit ein Opt-Out aus dem Tracking vornehmen zu können, ist nur eine kleine Wiedergutmachung. Bis zu diesem Zeitpunkt sind oftmals schon (personenbeziehbare) Daten an Analyse-Unternehmen abgeflossen.

Quelle: Wie Tracking in Apps die Sicherheit und den Datenschutz unnötig gefährden

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Sehr interessanter Link von Selena. Den Kuketz-Blog kann ich zu Datenschutzthemen sehr empfehlen!
Zusätzlich hat Heise das Thema in einem kurzen Artikel aufgegriffen. Sie verlinken auf zwei Arbeitspapiere einer Berliner Datenschutzeinrichtung. Zu finden sind diese auf der Internetseite des Berliner Datenschutzbeauftragten.
Sehr interessant, gerade in Zusammenhang mit den Werten, welche Tomorrow vemitteln möchte, finde ich folgendes Zitat:

Unter anderem würden die erhobenen und verarbeiteten Daten nicht mehr nur für Werbezwecke, sondern vielmehr auch für die Manipulation des Meinungsbildungsprozesses genutzt.

Vielen Dank für das Teilen @Turbotomate !

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