In nachhaltige Projekte investiertes Kapital

Zunächst mal: Super Projekt! Kommt genau zur rechten Zeit!

Meine Frage: Auf der Impact-Seite wird das Tomorrow-Kapital mit aktuell ~12.000.000 € angegeben. Das in nachhaltige Projekte investierte Kapital liegt allerdings bei lediglich 150.000 €. Das sind knapp über einem Prozent des vorhandenen Kapitals.

Zwar ist mir bewußt, dass man nur einen Teil des Kapitals investieren kann und diese Finanzierungen auch einen gewissen zeitlichen Vorlauf benötigen. Aber wenn es das wichtigste Alleinstellungsmerkmal von Tomorrow ist, nachhaltigen Projekte zu finanzieren, finde ich diese Quote eindeutig zu niedrig.

Es ist sicher besser, wenn mein Geld auf der Bundesbank liegt anstatt Kohlekraftwerke zu finanzieren. Aber noch besser wäre es doch, so viel wie möglich sinnvoll einzusetzen – darum geht es doch schlussendlich!

Kann mich da bitte jemand aufklären? Oder habe ich was falsch verstanden?
Danke!

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Das habe ich mir zunächst auch gedacht. Knackpunkt bzw. Erklärung für mich ist, dass 12 Millionen jetzt noch nicht viel ist bzw. man in dem Stadium, in dem sich das Projekt gerade befindet, vorsichtig sein sollte mit Geld zu arbeiten, welches nicht einem selbst gehört (darf das Tomorrow überhaupt? Weil man selbst ja noch keine richtige Bank ist?). Aber das ist nur meine Erklärung für mich selbst. Warten wir mal ab, was Tomorrow selbst dazu sagt. Ich finde das Projekt auch spitze!

Hallo ĂĽbrigens :wink: Mein erster Post.

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Hey und herzlich willkommen im Forum.

Dazu muss man sich folgende Fragen und Antworten anschauen:

Was ist das Tomorrow Kapital?

Das Kapital entspricht den sogenannten „Kundeneinlagen“, also der gesamten Geldsumme, welche die Tomorrow-Community auf ihren Konten liegen hat. Unser Versprechen an Euch: Kein Cent dieser Einlagen fließt in gestrige Branchen wie Rüstung, Massentierhaltung oder Kohlekraft – wie es häufig bei konventionellen Banken der Fall ist. Mit diesem „Divestment" ist schon viel erreicht, doch das ist erst der Anfang: Ein Teil der Summe steht Tomorrow zur Verfügung, um damit nachhaltige Projekte zu finanzieren.

Wie wählt ihr Projekte aus?
Zukunftsfähiges Wirtschaften benötigt Finanzierung. Das gilt für den Kleinbauern, der neues Saatgut braucht; das gilt für das Startup, das mit einer Social Business-Idee loslegen will, das gilt für den Windpark, der seine Kapazitäten erweitern könnte. Die Definition, welche Projekte nachhaltig genug sind, damit wir künftig Gelder dorthin lenken, ist keine Frage des Bauchgefühls. Sie vollzieht sich nach einem klaren Prozess.

Schritt 1: Wir haben die „Sustainable Development Goals“ der Vereinten Nationen zusammengefasst: Schutz natürlicher Ressourcen, Gewährleistung von Grundbedürfnissen, Klimaschutz und Empowerment benachteiligter Gruppen. Nur Projekte, die zu diesen vier Herausforderungen einen Beitrag leisten, erhalten potentiell eine Finanzierung.

Schritt 2: Es folgt die sogenannte „ESG-Evaluation", die den ökologischen, sozialen und ethischen Fußabdruck des Projekts auswertet: Wie steht es um faire Löhne, wie um die Klimabilanz, wie um Diversität im Personal? Nur wenn hier eine positive Bilanz gewährleistet ist (und das Projekt nicht unserer „Negativliste“ mit Rüstung, Massentierhaltung, usw. zuzuordnen ist), kommt eine Finanzierung weiter in Frage.

Schritt 3: Die abschlieĂźende Bewertung erfolgt durch unseren externen Beirat. Dieses Gremium stellen wir gerade sukzessive zusammen. Mit Markus Beckmann und Andreas Neukirch haben wir bereits zwei erfahrene Kandidaten an Bord, weitere folgen. Mehr dazu auf unserer Website.

Schritt 4: Erst jetzt werden die Projekte auf finanzielle Tragfähigkeit geprüft. Dies geschieht in Rücksprache mit dem Risikomanagement unseres Partners solarisBank.

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Aus den Antworten zu dem oben genannten Fragen kann man entnehmen, dass Tomorrow nur einen kleinen Teil der Einlagen zur Verfügung steht, um diese „frei“ zu verwenden.

Zuvor wählt Tomorrow über die o.g. Punkte die Projekte aus.
Wie die zukünftigen Einlagen verwendet werden, was mit eurem Geld geschieht, dass entscheidet nachher ein unabhängiges Gremium, was gerade zusammengestellt wird.
Zum Schluss wird das ganze dann vom Risikomanagement der solarisBank geprĂĽft

Die schlussendliche Antwort auf die Frage die Sie oben stellen, Tomorrow hat nur ein kleinen Teil vom Kapital (wie viel das ist, müsste intern beantwortet werden) zur Verfügung. 150.000 € sind ja bereits investiert, die zukünftigen Investitionen werden noch folgen.

Lieben GruĂź :slight_smile:

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Danke fĂĽr die Antwort!

Dass Tomorrow nur einen Teil der Kundeneinlage fĂĽr Investitionen verwenden kann, ergibt sich zum einen daraus, dass den Kunden das eingelegte Geld ja auch wieder zur VerfĂĽgung stehen muss. Und zum anderen daraus, dass Risiko-behaftete Investitionen ja auch durch eine (im Aufbau befindliche) Eigenkapitalquote abgesichert sein mĂĽssen. Puh, ich bin kein Banker!

Aber trotzdem ist ja genau das das ursprüngliche Kerngeschäft einer jeder Bank. Insofern würde es mich schon interessieren, was für eine „Investitions-Quote“ zumindest perspektivisch geplant ist…

GrĂĽĂźe!

Wie die Kundeneinlagen investiert werden, ist sicherlich Vertragsverhältnis zwischen Tomorrow und Solarisbank geregelt. Tomorrow kann also vermutlich schon einfach die Solarisbank anweisen, was mit den von ihnen betreuten Kundeneinlagen zu passieren hat.

Wie viel eine Bank an sog. Sichteinlagen (Kundeneinlagen mit kurzer Kündigungsfrist) vorhalten muss, ist in der Liquiditätsverordnung geregelt. Ich nehme an, dass man hier aktuell sehr konservativ agiert: Viele nutzen das Konto als 2.-Konto, halten nur geringe Kontosalden, es gibt viel Kapitalabfluss durch die normale Kontonutzung. Von der Eigenkapitalquote ist Tomorrow nur indirekt betroffen, da selbst keine Bank. Das ist, vereinfacht gesprochen, das „Problem“ der Solarisbank.

Ich gehe aber auch davon aus, dass die Quote investierter Sichteinlagen hier in Zukunft steigen muss. Alles andere wĂĽrde Tomorrow auch einfach zu teuer werden.

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Das stimmt schon, ich schätze mehr wird kommen, aktuell liegt die Einlage pro Kunden ja „lediglich“ bei durchschnittlich knapp 880 Euro…

Ich habe die Antwort in einem Artikel vom 19. April auf utopia.de gefunden. Dort heiĂźt es:

Liegen die restlichen 2,6 Millionen ohne Impact herum? Derzeit ja. Aber: „Das Zielbild ist eine Quote von ca. 50%“, schreibt uns Lilli Staack von Tomorrow auf Nachfrage, „sprich: die Hälfte der Kundeneinlagen wird mittels Krediten und Investments aktiv für positiven Wandel sorgen.“

Das hört sich doch gut an!

Und zur Solaris-Bank im gleichen Artikel:

„Die Solarisbank kann, darf und wird damit nicht selbstständig arbeiten, das ist vertraglich gesichert“, versichert uns Lilli Staack von Tomorrow. „Allein wir haben die Entscheidungshoheit über die Verwendung der Gelder und stellen mittels unseres Nachhaltigkeitsprozesses sicher, dass das Kundenversprechen eingehalten wird.“

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Freut mich das du eine adäquate Antwort auf deine Frage gefunden hast :slight_smile:

Dieser Artikel streift das Thema, wie Tomorrow mit Kundeneinlagen umgeht, nur mittelbar. Aber er ist sehr interessant im Hinblick auf das Geschäftsmodell der Solarisbank.

Wow, innerhalb von 15 Tagen sind (nun auch mit meinem Anteil) die Kundeneinlagen von 12 Mio. auf ĂĽber 16 Mio. gestiegen!

Klar ist, das Tomorrow dem Nachhaltigkeitsstandard konforme Projekte nicht auf der Straße findet. Es wäre aber doch wünschenswert, wenn da zumindest eine Art Roadmap publiziert werden könnte. Das würde der Glaubwürdigkeit schon gut tun. Wer nachrechnet, kommt aktuell auf unter ein Prozent investiertes Kapital. Damit – finde ich – kann man nicht gerade Werbung machen. Zumal ich irgendwo gelesen hatte, dass Mitte 2019 neue Impact Investments getätigt werden sollten. Da kann man doch mal einen Stand der Dinge veröffentlichen – oder?

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