Umgang mit dem Crowdinvest über WiWin

Hallo zusammen,

die Crowdinvests sind ja alle über WiWin abgewickelt.

Ich bin mittlerweile äußerst unzufrieden mit WiWin. Seit dem neuesten Portal gibt es keine Unterlagen mehr und die Steuerunterlagen für 2023 sind bislang nicht in Sicht.
Dazu kommt, dass es immer noch keinen Prozess gibt, mit dem ich nach 5 Jahren aus dem Tomorrow Investment planmäßig aussteigen kann und somit keine Verlängerung um weitere 5 Jahre durchgeführt wird.

Mit dem Support habe ich bereits Kontakt aufgenommen, die mir aber nur mitteilten, dass sie mit Hochdruck an einer technischen Lösung für die Steuerunterlagen arbeiten.
Die Beendung nach 5 Jahren kann derzeit nicht vorgemerkt werden, ich solle dazu dann kurz vorher noch einmal „kündigen“.

Ich finde das alles mehr als bedenklich und würde mich freuen, wenn Tomorrow hier mal etwas Druck bei WiWin macht, damit die ihre Prozesse in den Griff bekommen.
Es kann nicht sein, dass die Kunden hier die Leittragenden sind.

Über eine Stellungnahme von Tomorrow würde ich mich diesbezüglich freuen.

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Gibts seitens Tomorrow hier kein Feedback?

Vielleicht mal über @Marvin etwas aktiver Feedback einfordern. Hat Tomorrow hierzu Infos irgendeiner Art?

Meine persönliche Mutmaßung ist ja, dass Tomorrow auch keine Infos hat. Aber auch das könnte man kommunizieren.

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Wobei Tomorrow da meiner Meinung nach auch in einer Verantwortung steht.
Wiwin wird sich das ja auch alles gut bezahlt haben lassen, da kann man seitens Tomorrow auch mal Druck machen, damit die Daten alle vernünftig sind.

Wenn ich jetzt noch nicht hinterlegen kann, dass ich nach den ersten 5 Jahren raus will, ist das vertraglich schon eine Zumutung. Ich möchte das jetzt hinter mir haben und nachher nicht irgend eine Frist verpassen, weil der Dienstleister bis zur letzten Minute schläft und sich fein aus dem Staub macht.

Daher meine konkrete Bitte: Findet einen sauberen Prozess mit WiWin und kommuniziert hier, wie ich jetzt schon meinen Ausstieg rechtssicher hinterlegen lassen kann.

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Kann man, ja! Wie lang aber der Hebel tatsächlich ist und welche Wirkung solcher Druck hat, das wage ich nicht zu mutmaßen.

Ich habe mal bei einem sehr großen Old-Economy-Konzern gearbeitet, der einen Softwaredienstleister mit Druck zu einem schnellen Ergebnis bringen wollte. Ich habe mit Faszination beobachten dürfen, wie das Thema bis zum Vorstand eskalierte und am Ende kam das Ergebnis zwar zustande, aber schneller ging gar nix.

Ohne Tomorrow zu nahe treten zu wollen: so wahnsinnig viel Macht werden sie nicht haben.

Das soll deine Haltung natürlich trotzdem nicht in Frage stellen @datjiddetnet. Ich finde das voll gerechtfertigt.

Ich habe bereits in vielen verkrusteten Firmen gearbeitet und gegenteiliges erlebt.
Sobald es um die Vergabe von neuen Verträgen oder die Verlängerung von bestehenden Verträgen ging, wurde alles möglich gemacht um den Auftrag zu generieren.

Zudem weiß ich nicht wie die BaFin das findet, wenn ein Dienstleister seinen Kunden den Zugriff auf deren Vertragsbedingungen und anderen Dokumente (Berichte, Steuerunterlagen…) an keiner Stelle zur Verfügung stellt.

Ich habe mir die Unterlagen nach Abschluss auf Seite gelegt, bezweifel aber, dass das alle gemacht haben.

Und Tomorrow hat hier weitaus größere Hebel als die Endkunden.
Seit Anfang Dezember 2013 ist das Portal online, jetzt sind 5 Monate vergangen, da habe ich dann wenig Verständnis für.

So ne Erfahrung hätte ich mir damals auch gewünscht. Aber gut, das erklärt, warum du deutlich mehr Potenzial für die Wirkung von Druck siehst!

Ungeachtet dessen: WiWin ist in der Pflicht und Tomorrow täte gut daran, seine Investor:innen dabei zu unterstützen, die relevanten Infos zu bekommen. Da sind wir uns einig.

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Einen Teil der Emissionsdokumente kann man direkt über die Tomorrow-App abrufen und auch über die Website selbst. Es lohnt ggf. auch eine Suche im E-Mail-Postfach, Wiwin hat einige Anhänge zum Zeitpunkt der Investition versendet.

In Sachen Kündigung:

Anleger:innen können die tokenbasierten Genussrechte unter Einhaltung einer Kündigungsfrist
von drei Monaten innerhalb der Laufzeit ab dem 30. September 2026 ordentlich kündigen und
deren Rückzahlung vorbehaltlich der Ziff. 3.2. bis 3.4 zum Basisrückzahlungsbetrag zuzüglich
etwaiger bis zum Tage der Rückzahlung (ausschließlich) aufgelaufener Gewinnanteile verlangen.

Nicht alle von Wiwins vertriebene Anlagen haben ein ordentliches Kündigungsrecht für Anleger:innen innerhalb der Laufzeit. Es könnte sogar sein, dass Tomorrow hier eine seltene Ausnahme ist. Ich habe hier jetzt nicht ausführlich in zurückliegenden Anlagen recherchiert, ich konnte aber bei den aktuell angebotenen Crowd-Anlagen keine finden, die das ermöglicht. Es wundert mich deswegen erst einmal nicht, dass Wiwins Frontend für diesen Fall keinen Button bereitstellt.

Bleibt das Ärgernis, dass die Steuerinfos im Mai noch nicht vorliegen.

Das setzt natürlich voraus, dass man weiterhin Kund:in ist. Für alle, bei denen das nicht (oder nicht mehr) der Fall ist, müssen die Daten trotzdem abrufbar sein.

Ich weiß es zwar nicht sicher, aber ich finde es irgendwie nicht vorstellbar, dass es rechtlich ausreicht, wenn WiWin sagt „wir haben das doch per mail verschickt“. Klar, wenn man so ran kommt, ist das wunderbar, aber das beendet die Diskussion halt so gar nicht.

Wie gesagt, die Infos sind nicht nur in der App sondern auch auf der Website von Tomorrow abrufbar, frei für jeden.

Wenn du bei einer Filialbank Unterlagen verschlampst, was machst du dann? Ich nehme an, sowohl der Kundendienst von Tomorrow wie auch der von WIWIN sind im Ernstfall bereit, hier zu unterstützen. Wenn es aber in den AGBs keine Vereinbarung dazu gibt, dass die Vertragsunterlagen in einem “Online-Tresor” ständig abrufbar sind, dann muss das vermutlich auch nicht geleistet werden.

WiWin spricht im Portal ja davon, dass dort die Dokumente sind.

Ist dann aber alles leer:

Ja, ich habe die Dokumente in meinen Mails und auch noch separat abgespeichert. Allerdings erwarte ich von einer digitalen Plattform, dass ich die Daten – wie im alten Portal – direkt parat habe.
Wenn die das 5 Monate nach einem Softwarewechsel nicht hin bekommen, sollte mich als Kunde eher beunruhigen.

Die Steuerunterlagen kamen auch noch nicht.

Das sollte Tomorrow doch alles nicht egal sein?

Hi @datjiddetnet , das ist ja nichts Neues. Die Frage könnte sein: gibt es eine vertragliche Vereinbarung über die Bereitstellung der Dokumente. Was deine (und meine) Erwartung hier wäre, ist dann eine andere Frage. Wiwin hat ja bestätigt, dass das eigentlich der Plan ist.

Sie schaffen es halt nicht. Welcher Schaden entsteht dadurch nun? Kann man sich anders behelfen? Wie reagiert der Kundendienst von Wiwin, wenn ich schreiben würde, dass ich die Unterlagen nicht mehr habe? Geht es hier jetzt ums Prinzip oder sind Anleger:innen erheblich benachteiligt? Und den Nachteil, dass man keinen Zugriff auf wichtige Infos mehr hat, wenn man nicht sorgfältig alles selbst abgelegt hat, sehe ich nicht bestätigt — das ist hier der schwerwiegendste Vorwurf meiner Ansicht nach.

Also noch einmal zur Klarstellung: Alle Verkaufsprospekte inkl. der Vertragsinfos wie Genussrechtsbedingungen, die die Infos zur Kündigung während der Laufzeit enthalten, sind bis zum heutigen Tag ohne Einschränkungen für jeden auf der Webseite von Tomorrow abrufbar. Für Kund:innen von Tomorrow zusätzlich über die App.

Bleibt das Ärgernis der Steuerbescheinigung. Eine gesetzliche Frist gibt es nicht, die BaFin „erwartet“ allerdings, dass diese bis Ende Juni bereitgestellt sind.

Moin. Danke euch für die Hinweise. Wir haben euer Feedback aufgenommen und gehen mit Wiwin dazu in den Austausch. :slight_smile:

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Ich habe im Januar sechs Zinszahlungen von über Wiwin getätigten Investitionen erhalten. Die Steuerbescheinigungen dazu kamen zwischen dem 04. und 08. April per Email bei mir an.

Auf Nachfrage beim Support bezüglich aller früheren Dokumente wurde mir mitgeteilt, dass an dem Problem im Kundenportal gearbeitet wird. Die spezifisch von mir benötigten Dokumente wurden mir vom Kundenservice auf Nachfrage per Email zugeschickt. Über den Kundenkontakt kann man jedenfalls nicht meckern. Ich vermute, dass der Umzug zum neuen und selbst geführten Kundenportal einfach vorschnell vollzogen wurde und es womöglich noch eine Weile dauert bis alles funktioniert. Dazu gehört auch die Möglichkeit, die Freistellungsaufträge individuell eigenhändig anpassen zu können. Auch die Bestätigungen neuer Investitionen im Portal dauern seitdem sehr lange.

Etwas Druck schadet sicherlich nicht.

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Vielleicht verstehe ich das falsch, aber eine Steuerbescheinigung benötige ich doch nur wenn ich auch Zinsen oder sonstige Erträge erhalten habe, richtig? Und die gibt es (für die, die seit 2021 dabei sind und keine anderen wiwin Geschäfte getätigt haben) frühestens 2026, oder?

Unabhängig davon würde ich auch gern wissen, wie der Prozess wäre, wenn ich zum Ende der 5 Jahre aussteigen wollen würde und was die zu erwartende Ausschüttung wäre.

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Kurze Frage: Ihr habt auf das Tomorrow-Invest per Wiwin schon mal Zinsen erhalten? Ich habe bisher noch nichts erhalten und war im Glauben, dass ich das im Anschluss nach der gesamten Auszahlung erhalte?

@philipp_tomorrow: Meines Wissens nach musst du eine Steuerbescheinigung dem Finanzamt bei einer Einkommenssteuererklärung nur vorlegen, sofern Wiwin die auf Zinserträge erhobene Abgeltungssteuer nicht abführt. Banken und (Neo-)Broker machen das automatisch, nachdem der Sparerpauschbetrag ausgeschöpft ist.

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Das ist so nicht ganz richtig. Wer die Anlage KAP (für Kapitalerträge) abgeben muss (oder will weil er die Günstigerprüfung erledigt haben will), braucht auch für automatisch abgeführte Kapitalertragssteuer die Steuerbescheinungen, um das Formular ausfüllen zu können. Es können so auch Anlagen bei anderen Anbietern als bei Wiwin dazu führen, dass man die Angaben von Wiwin für die Steuer benötigt.

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Folgende Infos dazu noch für euch:

  1. Thema Kündigung. Man kann die verschiedenen Genussrechte alle nach Ablauf der Mindestlaufzeit (5 Jahre) kündigen. Gemessen ab Laufzeitbeginn. Am Beispiel des ersten Crowdinvestments ist das der 30. September 2025. Das ist der früheste Zeitpunkt zu dem eine Kündigung wirksam wird. Danach kann man aber immer unter Einhaltung der Kündigungsfrist von 3 Monaten kündigen. Es gibt also keine automatische Verlängerung um weitere 5 Jahre wenn man diesen Zeitpunkt verpasst. Sobald die Mindestlaufzeit vorbei ist, kann der Kündigungsprozess über den Support angestoßen werden. Eine Vormerkung geht leider nicht.
  2. Thema Steuerdokumente. Es ist verständlich, dass es ärgerlich ist, dass Wiwin hier aktuell die Dokumente nicht zur Verfügung stellt. Wir sind dort unter Hochdruck dran, dass dies so schnell es geht wieder über das Portal funktioniert. Wer allerdings „nur“ Tomorrow Crowdinvestings über Wiwin getätigt hat, benötigt die Steuerdaten nicht. Dies liegt daran, dass bei keinem der Crowdinvesting Zinsen oder andere Gewinne ausgezahlt wurden. Sprich es wurde auch keinerlei Kapitalertragssteuer abgezogen. Dies gilt natürlich nicht für andere Investments über Wiwin, bei denen es zu Zinszahlungen gekommen ist
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Hi Marvin, das heißt ja, dass man mindestens 5 Jahre und 3 Monate Investor ist. Oder meinst du damit, dass man ab 4 Jahren und 9 Monaten kündigen kann? Ab wann nimmt WiWin diese Kündigung denn dann an? Ab 4 Jahren und 8 Monaten und einem Tag? Da fehlt mir etwas Präzision :slight_smile:

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Werden dann auch die Zinsen für die 5 Jahre ausbezahlt? Man hat hier generell die Problematik, dass man seine gesamten Kapitalerträge dem Finanzamt erklären muss, da WIWIN die Abgeltungssteuer nicht abführt.

" Bei vor 2021 gestarteten Projekten mit mehreren Jahren Laufzeit, werden nach wie vor die Brutto-Zinsen ausgezahlt. Daher wird bei diesen Nachrangdarlehen bei den Zinszahlungen keine Abgeltungsteuer einbehalten, da diese Kapitalmarktprodukte nicht von einer Bank herausgegeben werden. Gib daher für diese Projekte die erhaltenen Zinsen selbst bei der Steuererklärung an. Zur besseren Nachvollziehbarkeit der Zinshöhe, erhältst du von uns jeweils eine Zinsberechnung."