Urteil gegen Postbank

Ich habe gerade von einem Urteil gegen die Postbank erfahren, wonach sie Schweigen bei AGB-Änderung (z. B. bei Erhöhung der Kontoführungsgebühren) nicht mehr als Zustimmung werten darf, sondern einen neuen Vertrag aufsetzen muss.

Seit ich das gelesen habe, feiere ich euch noch mehr!

In einer Diskussion zum Thema auf einem Nachrichtenportal gibt es die wahrscheinlich ewige und nicht enden wollende Diskussion darüber, wie lange die Konto-Anbieter, die bisher kostenlos sind, das noch durchhalten werden. Darunter waren auch so Fragen wie: „Wenn ich die Dienstleistung nicht bezahle, dann bin ich wahrscheinlich nicht Kunde/in, sondern die Ware.“

Daher meine vielleicht etwas naive Frage: Wie schafft es Tomorrow, ein kostenloses Konto anzubieten und könnte es passieren, dass es irgendwann nicht mehr kostenlos ist?

Hier ein Link zum Artikel: BGH-Urteil: Postbank kann Zustimmung nicht uneingeschränkt einholen | Verbraucherzentrale.de

Aktuell verbrennt Tomorrow Geld. Die Idee ist aber, dass genug Kunden ein Premium-Kontomodell abschließen um die kostenlosen Nutzer querzufinanzieren. Ob das so klappt, wird man sehen :smiley:

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Für Tomorrow bzw. die SolarisBank bedeutet das Urteil, dass sie jeder Vertragspartei, von der sie irgendwann mal Gebühren möchten, obwohl diese Vertragspartei vorher die kostenlose Variante hatte, kündigen MÜSSEN, wenn sie NICHT handelt. Insofern ist das Urteil eigentlich nicht gut für Tomorrow/SolarisBank und setzt sie langfristig unter Druck.

Ich habe mich auch schon mit der kostenpflichtigen Variante beschäftigt und finde sie auch gar nicht schlecht. Das heißt, ich wäre bereit, die kostenpflichtige Variante zu bezahlen und würde die Idee hinter Tomorrow gerne unterstützen, aber das kann ich aus zwei Gründen nicht:

Ich bin erstens Geringverdienerin. Das heißt, die 15 € / Monat sind wirklich viel für mich. Und zweitens bin ich Einzelunternehmerin. Das Konto würde mir nicht reichen… Wenn Tomorrow aber auch ein Produkt für EinzelunternehmerInnen hätte, könnte ich die Gebühren absetzen und würde sofort wechseln und alles über Tomorrow laufen lassen.

Von daher, falls jemand von Tomorrow mitliest: Seht dieses Urteil bitte als Ansporn, auch ein Geschäftskonto anzubieten :slight_smile:

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Ich würde zwar die schriftliche Urteilsbegründung noch abwarten, aber ich teile deine grundsätzliche Einschätzung.

Allerdings hätte ein Zahlungsanbieter grundsätzlich auch die Option, neue Features einzuführen, und diese dann im Free-Kontomodell anders zu bepreisen, Free-Nutzer:innen könnten dann ggf. Funktionen gegen Gebühr hinzubuchen.

Alle Direktbanken, die die letzten Jahre kostenlose Konten hatten, finanzierten das quer durch Produkte wie Depots. Tomorrow könnte für Free-Kund:innen höhere Verwaltungsgebühren für das geplante Anlage-Produkt planen, und so in teurere Kontomodelle locken.

Und die Vertragsanpassung funktioniert nicht nur nach oben. Tomorrow könnte sagen, dass jeder, der einer Preiserhöhung nicht zustimmt, auch in ein neues kostenloses Konto wechseln kann, dass dann geringeren Funktionsumfang hat. Natürlich müssten Kund:innen diesem Downgrade nach aktueller Auslegung des BGH ebenfalls aktiv zustimmen, aber es gäbe mit dem Downgrade eine Option, der Kontokündigung zu entgehen.

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@Frnk: Danke für deine Einschätzung. Ja, gegen einen Downgrade, wie du ihn beschreibst, hätte ich auch erstmal nichts. Das wäre in der Tat eine mögliche Option.