Akzeptanz Debitkarte vs. Prepaid-"Kredit"karte

Zum Thema Akzeptanz Kredit- vs. Prepaid-Karte findet man ja so einiges, aber wie sieht das im Vergleich zwischen Debit- und Prepaid-Karte aus? Werden Debitkarten häufiger akzeptiert als ihr Prepaid-Pendant, oder wird hier nicht mehr unterschieden?

Ich konnte so ziemlich immer mit Prepaidkarten überall und weltweit bezahlen (populärstes Beispiel sind da vermutlich die Karten von Revolut).

Es gibt eher einen Akzeptanzunterschied zwischen Debit und Kredit - Stichwort: Autovermietung.

Revolut bietet Prepaid-Karten an? Ich dachte bei denen gäbe es nur ein Girokonto gepaart mit einer Debitkarte

Revolut ist eigentlich ein Spezialfall. Bei denen hat man ein Girokonto, dass man in mehreren Währungen führen kann. Die Karten die man bekommt, waren alle Prepaid (mittlerweile angeblich Debit).

Allerdings waren die alle mit deinem Konto verknĂĽpft, haben sich also im Alltag wie Debit verhalten.

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@Eric Im Alltag wirst du relativ wenige Händler finden, die Prepaid ablehnen. Es gibt meiner Erfahrung nach zwei relevante Unterschiede:

Manche (viele) Autovermieter lehnen Prepaidkarten in ihren AGBs ab. Auch wenn die eigentliche Onlinezahlung oder die Kaution technisch natürlich auch mit Prepaidkarten abgewickelt werden könnten. Ich kann mir diverse Gründe dafür vorstellen, z. B. einfach eine interne Risk-Management-Regel und die Annahme, dass im Schadenfall die nachträgliche Belastung schwieriger ist. Da geht ja dann der Eigenanteil ggf. über die Kaution hinaus. Auch können Prepaid-Karten teils anonym sein.

Zweitens: Offline-Kompatibilität. In manchen Fällen, wenn das Terminal offline ist, werden Debitkarten, die entsprechend konfiguriert sind, etwas besser akzeptiert. Es gibt Fälle, wo Terminals auch Prepaidkarten offline akzeptieren, aber das ist für den Händler riskanter. Typische Fälle hier sind Bordrestaurants, Automaten, Mautstellen, Tankstellen.

Alles in allem hat sich die Terminalsituation die letzten Jahre aber zu Gunsten der Prepaidkarte verändert. Es gibt definitiv weniger Fälle als früher.

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… und mittlerweile auch Flugzeuge.

Ansonsten gut von dir erklärt. :+1:

Richtig, weil kein Flug ohne boarding zähle ich Flieger zu Bordrestaurants. :slight_smile:

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Also verstehe ich das richtig, dass ich hier mit einer Debitkarte ähnliche Erfolgschancen hätte wie mit einer Kreditkarte?

Ja, so ist es.

twentytwenty

Revolut hat gewechselt. Früher ausschließlich Prepaid (Mastercard hat das Produkt offiziell Prepaid Debit Mastercard) genannt. Inzwischen sind neue Karten in den meisten Märkten Debitkarten. Auch die virtuellen.

Wer denkt sich denn solche Begriffe aus :sweat_smile:

Bitte immer unbedingt in den Anmietungsbedingungen der Vermieter nachschauen! Die schreiben in der Regel alle genau welche Kartentypen sie akzeptieren. Es kann sein, dass Debitkarten nur für Klein- und Mittelklassewägen genutzt werden können, – und es gibt auch noch etliche, die nur Kreditkarten akzeptieren. Es kann sich auch von Land zu Land unterschieden. Hertz in Deutschland kann hier andere Regeln als Hertz Italien haben.

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Alles klar. Also ist man mit einer Kreditkarte immer auf der sicheren Seite.

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Ja, die Akzeptanz von Kreditkarten ist noch höher als die von Debitkarten. Außer der Händler will sie nicht. Und sowas findest du auch in den USA. Jenseits von Metropolen hat der Surf-Shop, Antiquitätenhändler oder das kleine Restaurant gar nicht mal so selten „Debit only, no credit cards“ im Fenster kleben. Ein weiterer Vorteil von Debit kann sein, dass das Limit dem Guthaben + Dispo entspricht. Wer also ein niedriges Kreditkartenlimit hat, kann mit der Debitkarte und hohem Guthaben dann auch wieder im Vorteil sein. Manche Kreditkarten gleichen diese Einschränkung aus, indem man Guthaben aufs Kartenkonto überweisen kann.

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Also ich kenne das so:

Debitkarte/Prepaid: Wie jede Girokarte. Kannst ĂĽberall bezahlen, wo du mit Karte zahlen kannst. Aber eben nicht dort, wo NUR Kreditkarten gehen.

Das wäre dann die Autovermietung und einige Hotels. Die Autovermietung reserviert bei der Miete auf der Kreditkarte nämlich eine hohe Kaution (2.000 Euro oder so) und das geht mit Debit/Prepaid nicht, es würde dort direkt abgezogen werden.

Prinzipiell gilt, wie ich finde: Kreditkarten sind super, wenn du oft reist. Wenn du nicht oft reist und nicht ständig Autos mietest, brauchst du sie in Deutschland im Grunde nie. Wir haben hier unser Debit/Giro-System. Das kennen viele andere Länder so gar nicht.

Edit: Mich wĂĽrde mal interessieren, wo ihr schon ĂĽberall mit der Visa von Tomorrow gezahlt habt und wo es vielleicht mal nicht geklappt hat.

Also offline hab ich mit der Tomorrow Visa bislang keine Akzeptanzprobleme gehabt. Ich war letztes Jahr damit in Ungarn unterwegs und die Karte wurde ĂĽberall akzeptiert, auch an Ticketautomaten. Zur Akzeptanz online gibt es ja hier schon den ein oder anderen Thread zum Thema DHL und Netflix.

Ich habe auch eine Bargeldverfügung getätigt (in Forint), auch das problemlos. Interessanterweise wurden mir nichtmals die 1,5% Fremdwährungsgebühr darauf berechnet.

Ich wiederhole das noch mal, weil’s schon nicht unwichtig ist. Die pauschale Aussage, dass Debitkarten bei Autovermieter „nicht gehen“, ist falsch. Die meisten Autovermieter schreiben das explizit in den FAQs, welche Bedingungen fürs Zahlmedium gelten. Die Kaution kann ohne (technische) Probleme auch bei Debitkarten geblockt werden. Das Geld verlässt dabei das Konto nicht, es wird nur reserviert. Das ist natürlich Haarspalterei, weil es während des Blocks nicht verfügbar ist, aber es macht zum Beispiel bei Konten einen Unterschied, bei denen Zinsen anfallen. Edge case, okay. Bunq wäre so ein Fall. Aber das Guthaben muss natürlich da, bzw. durch einen Dispokredit gedeckt sein. Wer keinen BMW braucht, ist ab 200 Euro locker dabei.

Ich wäre hierfür ein Beispiel: Urlaub in Irland lief auf eine Debitkarte und war mir vorher nicht bewusst. Der Vermieter hat mich dann natürlich abgelehnt. Nach ein wenig reden war es dann doch möglich, auch mit Debitkarte.

Empfehle trotzdem einfach ne richtige Kreditkarte zu verwenden. Spart Stress und Ă„rger.

PS: Kaution war kein Problem und wurde nicht abgebucht! Wurde einfach nur reserviert, so wie Frnk das bereits erklärt hat.

WĂĽrde ich mich nie drauf verlassen. Sobald ich ins Ausland fahre, ist Kreditkarte fĂĽr mich Pflicht. Was da in den FAQs steht, ist auch nicht immer richtig. Gibt ja genug Beispiele aus dem Alltag, wo auf der Website das eine steht, im richtigen Leben dann aber das andere gilt.

Bunq hat dafür extra die Travel Card eingeführt. Die gilt als echte Kreditkarte und umgeht diese Probleme, weil sie überall akzeptiert wird. Finde ich gut gelöst, als Zusatzkarte für das Reisen.

Ja, und dann haste italienische Vermieter, die nur hochgeprägte Karten akzeptieren. Und es war wieder nix.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man am sichersten fährt, wenn man das vorher abklärt. Ich habe den Hinweis auf die Hochprägung auch schon auf Webseiten von Vermietern gefunden. Wenn Sixt und Co. schreiben, dass für die 250 GBP eine Debitkarte (Visa/Mastercard, nicht Maestro) akzeptiert wird, dann kann man sich da schon darauf verlassen. Schwieriger ist es bei den lokalen Vermietern am Ferienort. Dass im Zweifelsfall die Chance mi Kreditkarten besser ist – unbenommen. Aber die Akzeptanz von Debitkarten bei Autovermietern hat sich in den letzten Jahren gerade in Europa extrem verbessert.

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