Anfrage: kleiner Dispo möglich? um Rücklastschriften zu vermeiden

Mir fällt keine Bank ein, die eine alternative Auskunftei nutzt. Aber es gibt wohl durchaus ein paar Sparkassen, die nicht Mitglied sind. Paderborn-Dettmold wurde mal erwähnt. Und es gibt da dieses Fintech, dass damit angibt, absurd viele Datenpunkte aus Social-Media-Profilen fürs Scoring zu nutzen …

Wenn Tomorrow kreative Lösungen sucht, dann fallen mir diese beiden Optionen spontan ein:

  • Der Kunde definiert ein Fallback-Pocket. Immer wenn eine Lastschrift oder Kartentransaktion zu platzen droht, wird auf ein vorher zu diesem Zweck definiertes Pocket zurückgegriffen. Der Pseudodispo ist also so groß wie das Guthaben auf diesem Pocket. De facto würde man dann eingeschränkt klassische Zahlungsverkehrsfunktionen mit einem Pocket erlauben. (Nur, wenn Guthaben auf Hauptkonto nicht ausreicht). Ist aber technisch vielleicht nicht ganz trivial.

  • Secured credit: Nach dem Vorbild der “Secured Credit Cards” in den USA würde der Kunde z.B. 500 Euro auf einem Konto parken. Diese Geld wäre nicht täglich verfügbar sondern hat eine Kündigungsfrist. Anders als bei Vorschlag Nr. 1 dient das Guthaben nicht dazu, das Konto sofort auszugleichen, sondern es ist eine Sicherheit für den gleich hohen Überziehungsrahmen. Wenn der Kunde den Saldo innerhalb von X Tagen ausgleicht, passiert nichts. Versäumt er das, wird die Rücklage aufgelöst, das Konto ausgeglichen und das Konto nunmehr nur als Guthabenkonto weitergeführt.

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Tolle Idee :slight_smile: upvote!

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Na hoffentlich reicht das upvoten dann bis nach oben zur Solarisbank. Ob die sich das schon zutrauen?

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Das wäre aus meiner Sicht die wohl beste Methode… kein echter Kredit, aber auch kein ständiges Beobachten des Kontos nötig

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Das wäre auf jeden Fall das was wir am einfachsten, ohne die Solarisbank, umsetzen könnten.

Ich habe die Idee schon mal an Micha, unseren numbers guy, weitergeleitet :slight_smile:

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Garantiert nicht, meine Hoffnungen sind sehr gering. Aber es ist natürlich toll, wenn es eine datensparsame Lösung gibt, die nicht die Schufa involviert.

Neukunden --> Kein Dispo
Bekannte Kunden --> Dispo auf Basis des eigens kalkulierten Risikos

Alle Daten blieben in diesem Fall da, wo sie anfallen. Fände ich irgendwie gut.

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Ja, das wäre schon ziemlich schön!

Mit einem Fallback-Pocket könnte ich mich auch gut anfreunden. Schön wäre, wenn man das verwendete Pocket frei definieren könnte und es kein extra Fallback-Pocket sein müsste. Dann könnte das ja z.b. das „Sparen“-Pocket sein, das viele sicherlich sowieso angelegt haben. Dann geht halt notfalls mal Geld aus meinen Rücklagen weg, bevor eine Zahlung platzt.

Secured credit ist halt insofern unpraktisch, dass das Geld dort defacto erst einmal weg ist. Gerade für Leute die sehr aufs Geld schauen müssen, wäre das sicherlich die unangenehmere Variante. Fände ich aber immer noch besser als garkeinen „Dispo“ - stünde ja jedem frei ob man es nutzt oder nicht.

Zur Schufa bin ich sehr zwiegespalten - ich sehe ein, dass Banken ihr Risiko irgendwie kalkulieren müssen, aber die Schufa ist ein völlig undurchsichtiger Laden deren Algorithmen absolut nicht nachvollziehbar sind. Von daher fände ich es sehr erfreulich, wenn eine Bank, die eine ökologische Alternative sein will, auch auf keine Partner-Unternehmen mit undurchsichtigen und teils diskriminierenden Praktiken zurückgreifen würde.

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Das ist eine gute Frage. Meine leise Befürchtung wäre in diesem Zusammenhang, dass ein Fintech, das weniger Erfahrung in Scoring hat, hier am Ende ein eher größeres Problem mit diskriminierenden Algorithmen haben könnte. Weniger Datenpunkte bedeuten im Zweifelsfall, dass sich wenige Annahmen deutlicher auf die Bewertung durchschlagen. Und Transparenz ist in diesem Zusammenhang schwierig, weil es, ähnlich wie bei AML, natürlich Gegenmaßnahmen ermöglicht.

Klar, wie ich weiter oben schon geschrieben habe, kann sowas aus nachvollziehbaren Gründen nur eine Lösung für kleine Beträge sein, die kein enorm elaboriertes Scoring erfordern. Ich will ja gar keine mehreren tausend Euro / 1-3 Monatsgehälter. Hierfür müsste tatsächlich ein robustes Scoring her, was ein kleines Fintech schlicht nicht leisten kann. Andererseits waren für solche Kreditbeträge der Dispo ohnehin nur in den seltensten Fällen die beste Lösung. Praktisch fände ich irgendwas im Bereich 100-500 (evtl mit ner zeitlichen Staffelung - z.b. rein fiktiv nach 3 Monaten die Möglichkeit 50 Euro zu beantragen, nach 6 Monaten 100 Euro, nach einem Jahr 250,…) - einfach als Fallback damit nicht Zahlungen zurückgehen, nur weil ich nicht dran gedacht habe genug zu überweisen oder aus einem Pocket umzubuchen oder doch eine Abbuchung zum Monatsende vergessen hat. Ich denke dass es in solchen niedrigen Beträgen könnte man die verwendeten Algorithmen ausreichend simpel halten um Diskriminierung zu vermeiden und dennoch größere Ausfälle zu verhindern.
Aber mittelfristig ist das wohl ein Wunschtraum, von daher wäre ich auch mit einem Fallback-Pocket oder vergleichbaren Lösungen zufrieden. Einfach irgendetwas das verhindert, das Zahlungen platzen obwohl man das Geld eigentlich hat (wenn auch aktuell nicht im Hauptpocket).

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Klar, logisch ist das.
Aber da ich Tomorrow bisher aus Gründen nur als Zweitkonto oder ehr digitale Geldbörse nutze passiert es halt schon gelegentlich das ich zwar weiss wieviel ungefähr nich drauf ist, aber die Zahlung trotzdem nicht ausgeführt werden kann weil ein paar wenige € fehlen oder eben die Zahlung abgelehnt wird obwohl der Betrag noch drauf wäre , wegen der höheren Reservierung.

Mir würde schon genügen das eine Zahlung das Konto bis Betrag X überziehen kann , weitere Zahlungen dann nicht mehr möglich sind und der Bertrag in max X Tagen eingezahlt werden muss oder so.

update: secured credit fände ich auch eine sehr praktikable lösung (damit könnte auch jede/r seinen Kreditrahmen selber bis zu einer Obergrenze festlegen)

Bei Bunq ist das sehr edel gelöst. da muss man erst mal jede Lastschrift bestätigen. Bei wiederkehrenden kann man auch eine automatische Akzeptanz bis zu einem gewissen Betrag einstellen. Da man eine Woche Zeit hat, bis man akzeptiert, hat man locker Zeit schnell von einem anderen Konto was rüber zu schieben. Oder halt bei Tomorrow aus einem Pocket.

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Eine der wenigen echten Produktinnovationen von Bunq. Finde ich auch interessant gelöst. Zumindest seit man die automatische Akzeptanz für bestimmte Lastschriftmandate einstellen kann.

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Ich frage mich schon seit Jahren, warum sich das in Europa nicht durchgesetzt hat. Statt „Secured Credit Cards“ auszugeben, muss sich eine weniger solvente Kundengruppe mit Prepaidkarten rumschlagen, deren Akzeptanz leider nur 2. Klasse ist. Ist vermutlich einfach ein banaler Nebeneffekt der Situation, dass bei uns, anders als in den USA, Kartenzahlungen schon seit längerem überwiegend online autorisiert werden.

Das ist auch eine der wenigen Sachen die es mir schwer machen vollends von BUNQ zu Tomorrow zu wechseln.
Dafür braucht es dringend eine Lösung!
Dispo brauche ich nicht, aber irgendeine Lösubg um Rücklastschriften zu verhindern wäre wichtig. Sonst sind auch irgendwie die Pockets witzlos.

Dass man zumindest soweit überziehen könnte, wie man Geld insgesamt in seinen Pockets hat, wäre schon was.

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Ich habe mich (dann doch noch) bei Tomorrow angemeldet, weil neben den ethischen Aspekten auch der Datenschutz gut ist.
Aus meiner Sicht wäre somit wichtig, dass für mich nicht automatisch ein Dispo eingerichtet wird (Schufa, Sicherheit).


Shut Up and Take My Money! CCC Talk (nur ein paar Sekunden)
Auch Banking-Apps lassen sich hacken, oft (Beispiel hier: N26) sogar relativ leicht.
Ob dann vllt. 500 Euro verliere, oder sogar mit 1000 Euro plötzlich obendrauf verschuldet bin ist da ein ganz großer Unterschied für mich. In beiden Fällen haftet irgendwann die Bank, aber bis dahin bin ich im Dispofall ziemlich aufgeschmissen, im ersten hingegen weniger.

Kein echtes Dispokonto zu haben macht daher aus meiner individuellen Kundensicht Sinn, mir wäre da das Fallback-Pocket oder der Secured Credit auch lieber.
Im Szenario „echter Dispo“ wären folgendes vllt. gute Sicherheitsmaßnahmen:

  • Dispo nur nach zweiter, vorheriger postalischer Zusatzverifizierung (z.B. via Code) zur Freischaltung in die Kundenkategorie „DispoJa“, zeitlich getrennt von der Kontoeröffnungspost
  • Konto weiterhin standardmäßig ohne Auskunfteien-Abfrage
  • Keine Nachteile für Kunden ohne DispoJa, kein „Nudging“, gleich den Dispo freizuschalten.
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@johannes1 dein Beitrag sieht unfertig aus :relaxed:

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@tinuthir vielen Dank, schon erledigt! :slight_smile:

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Mit die beste Lösung dafür, die ich kenne hat BUNQ integriert:

Wenn Lastschriften abgebucht werden, gehen die nicht einfach ab von meinem Konto, sondern ich bekomme eine „Anfrage“ ob die Lastschrift abgebucht werden darf. Dann habe ich fünf Tage Zeit diese Anfrage zu beantworten (Oder mein Konto aufzufüllen).
Antworte ich nicht, wird die Lastschrift abgelehnt.

Es ist auch jederzeit möglich wiederkehrende Lastschriften für die Zukunft immer zu genehmigen.

Das würde ich mir wünschen bei Tomorrow!

Solange es nichts vergleichbares gibt, möchte ich Tomorrow eigtl. nicht als mein Hauptkonto benutzen.

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