Banking-App ohne Tracker bereitstellen

Siehe Report über die Tomorrow App bei Exodus …
Ich möchte bei meiner „Customer-Journey“ nicht von vier Trackern verfolgt werden.

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https://reports.exodus-privacy.eu.org/en/reports/one.tomorrow.app/latest/

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Firebase
Aus der obigen Webseite:

Damit wird das bisherige App Tracking völlig revolutioniert: Neues Analyse Tool, neue GTM Version, neues Service SDK. Und wer Google kennt, weiß wieso wir jetzt völlig aus dem Häuschen sind!
[…]
Ohne Berücksichtigung von Quotas! Ohne der Berücksichtigung von Sampling! Mit dem Einbau des Basis Tracking Codes sind bereits jede Menge Informationen im Dashboard vom Firebase Analytics verfügbar: von technischen Daten wie App Version über allerhand User Engagement, Retention und Revenue Werte und sogar demografische Daten und User Interessen.

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Die Frage nach Analytics und allem, was da so mit dran hängt, passt hervorragend zum Thema Features, Nachhaltigkeitsprinzipien und so - Ideen & Feedback - Community | Tomorrow. Die Frage ist ja: Kann Tomorrow ohne Analytics wachsen, um den Nachhaltigkeitsgedanken voran zu treiben? Oder ist für dieses Wachstum zwingend nötig, dass Analytics genutzt werden?

Die Antwort auf diese Frage muss man irgendwie austarieren. Weniger Analytics = Weniger Wachstum? Mehr Analytics = Mehr Wachstum? Wie viele Analytics sind zu viele? Und auf welche Features ist man bereit zu verzichten, wenn Analytics nicht akzeptabel sind?

Könntest Du mir mal ein Beispiel nennen?
Mir ist als Entwicklerin noch nie ein Feature über den Weg gelaufen, was nur dank Analytics gebaut werden konnte…

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Du verstehst es nicht. Tomorrow ermöglicht durch diese Services das Unterminieren der Privatsphäre der Anwender weil Google anhand seiner zahllosen Datenquellen fehlende Daten zusammenbauen kann.
Würden sie eigene Metric-Server oder nur Bugtracker auf eigener On-Premise-Hardware oder eigener Cloud verwenden würde kein Hahn danach krähen.
Sie sparen dadurch auch MASSIV Kosten für Testlabs usw. ein.
Wie hier auch von Selena gepostet: WAS genau ist der „Vorteil“ das man auf Kosten der Privatsphäre der Kunden deren System trackt?

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Valide Gegenfrage :slight_smile: Das war schlecht von mir formuliert. Damit meine ich: Kann es sein, dass aufgrund von mangelndem Wachstum (vermeintlich wegen Analytics) Features nicht umgesetzt werden (können), weil der Nutzen nicht groß genug ist.

Zugegeben: Diese Frage ist etwas „akademisch“. Ein vielleicht besseres Beispiel dafür ist der IBAN-Scanner. Wenn der eine serverbasierte Analyse des Kamerabildes durchführt, ist das nicht besonders datensparsam. Und Analytics fallen da in dieselbe Kategorie.

Nein, du sprichst über etwas komplett anderes. Ich habe nur darauf hingewiesen, dass es hier etwas abzuwägen gibt, nicht mehr und nicht weniger. Wenn für dich diese Abwägung einfach ist, dann macht das die Sache natürlich argumentativ sehr einfach.

Was genau der spezifische Vorteil ist, kann ich dir nicht sagen. Ich kann dir aber sagen, dass Daten wertvoll sind, um Kundengewinnung zu betreiben. Das scheint mir hier die Logik zu sein, die Tomorrow anwendet. Nicht mehr und nicht weniger.

Und nicht falsch verstehen: Ich bin ein großer Fan von allem, was die Privatsphäre schützt. Keine Tracker - prima. Keine Vorratsdatenspeicherung - ausgezeichnet. VPN, Scriptblocker, such dir was aus, finde ich alles A-Doppelplusmitsternchen gut.

Tomorrow muss sich halt überlegen, unter welchen Bedingungen sie sich vorstellen können, ein tragbares Geschäftsmodell zu entwickeln. Geht das ohne Analytics? Vermutlich schon. Geht das im gewollten Tempo ohne Analytics? Als Firma scheint Tomorrow diese Frage aktuell mit „nein“ zu beantworten.

Ich denke @Hjalmar geht es vor allem darum, dass die Analytics von Google bereitgestellt werden, wurduch die von Tomorrow verwenden pseudonymisierungs-Taktiken (das nicht-Verbindung von Kunden und ihren Analytics) teils zunichte gemacht werden weil Google eben so unglaublich viele Datenquellen hat. Das Problem in diesem Szenario ist also nicht, dass Tomorrow zu viele Daten bekommt, sondern Google.

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This.
Und Tomorrow geht mit Google ins Bett ohne sich weitere Gedanken zu machen. Das passt hinten und vorne nicht zum Image.
Und wenn ich eins hasse ist das Inkonsequenz.

Das ist eine Annahme, die auf welcher Basis genau fundiert?

Da würde ich dir zustimmen. Die Nutzung von Analytics entspricht nicht den Datensparsamkeitsgrundsätzen, die ich bei einem nachhaltigen Unternehmen erwarten würde. Ich empfinde das auch als Schwäche im Konzept - ich würde mir wünschen, Tomorrow wäre eine Genossenschaft und hätte kein Profitmotiv (denn Profite sind auch nicht nachhaltig, so wie Wachstum nicht nachhaltig sein kann - sonst wäre es ja möglich, für immer zu wachsen). Ist aber nicht so, Tomorrow ist gewinnorientiert. In dem Rahmen bewegen wir uns. Und scheinbar ist eine Zusammenarbeit mit Google hinsichtlich Analytics in der Hinsicht gesetzt.

Freilich muss das besser erklärt werden, damit auch extrem kritische Nutzer wie du da abgeholt werden können. Ob man das, nach der Erklärung, für Akzeptabel hält, ist dann natürlich individuell.

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Das ist aber nicht wirklich vergleichbar. Beim IBAN-Scanner wird nicht wirklich die Privatsphäre des Nutzers ausgespäht. Dort kann der Nutzer die Kamera sogar so ausrichten, dass nur die IBAN zu sehen ist.

Analytics sind jedoch dazu da, das Verhalten des Nutzers zu überwachen. Und da diese Daten wohlweislich auch zu Google gehen, ist das halt echt nicht okay.

Ich erinnere mich noch an Zeiten, da gab es keine Analytics. Da haben die Leute ein Produkt entwickelt, was sie selber nutzen wollten und haben damit die Leute überzeugt.

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Hi @Hjalmar,

die Idee eine App ohne Tracker und Analytics anzubieten ist eine faire und gute Idee, welche man bei steigender Nachfrage auf jeden Fall näher beleuchten sollte.

In der Praxis besteht zwischen Tomorrow und Google ein Auftragsdatenverarbeitungsvertrag mit EU Standardvertragsklauseln, in welchem sich Google verpflichtet, die Daten nur auf Tomorrows Weisung und auf EU-Datenschutzniveau zu verarbeiten (Quelle: Datenschutzerklärung App). Ich persönlich vertraue auf diese Verträge und Gesetze.

In der App kannst du unter dem Punkt Profil -> App -> Analytics deaktivieren die Analytics für deine App deaktivieren.

Bist du auf deinem Smartphone oder mobilen Gerät mit einem Google Account verknüpft, kannst du außerdem unter Konto -> Google -> Anzeigen (oder iOS: Datenschutz/ Werbung/ Ad-Tracking beschränken) der Ads-Personalisierung widersprechen.

Die Grundlage für die Analytics ist berechtigtes Interesse. Das kann ich auch nachvollziehen. Die Gründe für Analytics in Apps sind ja fast überall dieselben.

Die theoretische Sorge, dass Google sich nicht an die Verabredungen und Verträge hält, bleibt vermutlich bestehen. Wenn das Vertrauen in die existierenden Maßnahmen nicht reicht fürchte ich, dass es aktuell keine Lösung für dein Anliegen gibt.

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Oops. Da war das Zauberwort schon wieder. „Verknüpft“.
Personalisierung ist nicht nötig. Rekonstruktion geht auch so.
Richtig. Tomorrow hat keine Lösung weil sie auf die Indifferenz der meisten Anwender bauen. Ob das „fair“ ist will ich nicht hier kommentieren.

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Trotzdem find ich es gut, dass du deine Meinung dazu gesagt hast und deinen Wunsch geäußert hast.

Ich für meinen Teil bin damit einverstanden wie es aktuell ist und nutze die mir gegebenen Möglichkeiten zum Widerspruch gegen Tracking so gut es geht aus. Die Vorteile des Angebots von Tomorrow überwiegen für mich in anderen Teilen gegenüber den etablierten Banken und Anbietern.

Schade nur, dass der ganze Kram, genauso wie der Privacy Shield, regelmässig von Gerichten kassiert wird, da alle US-Unternehmen der NSA verpflichtet sind. Ich habe da leider kein Vertrauen drin.

Mag sein, dass das behauptet wird. Ob es aber wirklich berechtigtes Interesse ist, wo das nicht mal Tomorrow’s Hauptgeschäft ist?

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Ich werde aufhören, nach konkreten Feature-Beispielen zu suchen, die dabei helfen sollten, meine gedankliche Brücke von den Analytics zum Bankgeschäft zu erklären. Mir gelingt das scheinbar nicht besonders gut und ich hab auch keine Ideen mehr, wie das gehen soll :man_shrugging:

Tomorrow hat sich entschieden, dass sie Analytics nutzen wollen. Sie begründen das mit Wachstum. Wer dennoch möchte, dass Tomorrow auf Analytics verzichtet (egal, aus welchem Grund) möchte also, dass Tomorrow entweder auf das (vermeintlich an den Analytics hängende) Wachstum verzichtet, oder dass Tomorrow andere Lösungen fürs Wachstum findet. Einen konstruktiven Vorschlag, wie alternativ dieses Wachstum zustande kommen soll, sind all diejenigen, die gegen Analytics sind und sie auch nicht widerwillig akzeptieren wollen (so einer bin nämlich ich), bisher noch schuldig geblieben.

Und wenn Tomorrow auf das Wachstum verzichten soll und somit nicht profitabel wird, ist die Frage: Ist der Verzicht Analytics wert, dass die Firma Tomorrow und das daran hängende Produkt scheitern?

Mir ist klar, dass es direkt Leute gibt, die sagen „mehr Features, dann wächst man auch prima!“. Aber Features und andere „Wachstumshelfer“ (die ja Analytics angeblich sind) schließen sich nicht gegenseitig aus.

Ich persönlich sehe nicht, wie Analytics überhaupt mit Wachstum zusammensteht. Immerhin kriegen sie damit nur Daten über schon existierende Nutzer. Für das Wachstum muss man ja aber neue, potenzielle Nutzer ansprechen.

Und dafür gibt’s die klassischen Konzepte, wie z. B. Werbung schalten, Mundpropaganda etc.

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Wie bitte? Privatsphäre für einen amerikanischen Konzern aufweichen dessen Interessen nichts mit dem primären Ziel eines Finanzdienstleisters zu tun haben?
Du tust jetzt gerade so als ob die die Analytics wollen die „Guten“ sind und alle die da gegen sind nur kritteln wollen.
Kundennähe realisiert man nie über Statistiken sondern über Dialog.

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Das ist die Begründung, die ich von einem Mitarbeiter von Tomorrow im foirm gelesen habe. Nicht meine eigene Meinung.