Banner zur Bundestagswahl 2021

Moin,

wäre schön, wenn ihr in der App am 26. September einen Banner zur Bundestagswahl einbindet.

Vielleicht sogar noch mit einer kleinen Aktion, wenn man auf „ich war wählen“ klickt oder so :hugs:

Ist ja eine bedeutende Wahl und jede Stimme zählt!

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Mir wäre das zu konkret politisch. Ja, der Aufruf ist neutral, aber er bezieht sich auf ein aktuelles politisches Ereignis und ich finde es muss eine Grenze geben bevor Banken anfangen Parteiprogramme oder Bundestagsdebatten zu kommentieren. Ich finde es gut, dass Tomorrow eine Haltung zu ein paar Themen wie Klimaschutz, Tierhaltung, Flüchtlingsthemen oder BLM hat, weil diese Ausrichtung als ökologisch-ethische Bank zum Kern der Daseinsberechtigung von Tomorrow gehört. Aber ich finde nicht, dass sich eine Bank konkreter als durch allgemeine Ansichten mit Politik befassen sollte. Eine Bank ist ein Dienstleister und sollte in meinem Verständnis nicht mit Politik vermischt werden, weil es einfach nicht die Aufgabe einer Bank ist. Natürlich ist es wichtig, dass Menschen wählen gehen, aber sie daraufhinzuweisen sollte jemand anderes übernehmen. Ich möchte auch nicht, dass Arbeitgeber, Vermieter oder ähnliche mich zum wählen aufrufen.

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Ich sehe das anders. Ich finde, jedes Unternehmen überall sollte zur Wahl aufrufen. Ganz wichtig ist natürlich, dass keine Einflussnahme stattfindet. Keine Kommentare, keine Programme, nix in die Richtung.

Ob die App dafür der richtige Ort ist, ist davon aus meiner Sicht eine unabhängige Frage. Ginge natürlich genau so gut über Social Media, die Webseite… Oder eben die App.

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Warum sollten Unternehmen das tun? Warum sollte die Wirtschaft im politischen Geschäft involviert sein? Dafür gibt es doch schon Politiker und Medien. Ich glaube auch, dass jemand, der bei Tomorrow Kunde ist, genug Medien konsumiert um mitzubekommen, dass Wahl ist und auch weiß, dass es wichtig ist zu wählen. Und warum sollten Menschen eher wählen, wenn Unternehmen dazu aufrufen als wenn Medien dazu aufrufen? Ich sehe da nicht die Vorteile und mir wäre es lieber, wenn man da die Wirtschaft von der Politik trennt.
Ja, es gibt Stellen an denen einen Trennung von Wirtschaft und Politik wichtiger wäre. (Lobbyismus etc, private Medien…)

Die Argumentation, man müsse Politik von Wirtschaft trennen … ist Tomorrows Agenda für Klimaschutz und Nachhaltigkeit nicht bereits zutiefst politisch?

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Ideologisch stimme ich dir zu, wäre fein, das zu trennen. Fakt ist aber, dass die Verflechtungen schon heute IMMENS sind. Nur die Old Economy an der Politik werkeln zu lassen ist so, als würde man nur die FDP-Wähler:innen zur Wahl schicken. Warum um alles in der Welt sollte ein Unternehmen wie Tomorrow sich aus der Politik raushalten und sie denen überlassen, die uns da hin gebracht haben, wo wir heute sind?

Ich finde es schon wichtig, dass Unternehmen nicht inhaltlich auf Wahlentscheidungen einwirken. Das ist in den USA nämlich oft so und das gruselt mich an. Aber zur Wahrnehmung der ersten Bürgerpflicht aufzurufen ist das sinnvollste, was man als Unternehmen so tun kann.

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@datjiddetnet Tolle Idee und danke für den Diskurs @LeMart und @tinuthir . Was ich noch hinzufügen kann ist: Tomorrow ist politisch. Schon alleine durch unsere Mission Nachhaltigkeit sind wir aktuell einfach sehr nah am politischen Geschehen dran. Dass uns bestimmte Parteien hier natürlich näher liegen, versteht sich von selbst. Aber: Wir finden dass alle Menschen wählen gehen sollten, ganz gleich welche Partei dann gewählt wird. Die Demokratie lebt durch Partizipation, auch von Unternehmen, Organisationen und anderen Rechtskörpern. Reibung ist selbstverständlich erwünscht. Von daher kann ich mir auch gut vorstellen, dass wir hier in irgendeiner Art etwas machen werden. Aktuell ist mir aber noch keine Aktion zur Wahl bekannt. Das ist für uns auch noch zu früh.

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Dass andere Unternehmen etwas falsches für den unserer Ansicht nach falschen Zweck machen, ist für mich kein Argument etwas falsches für den richtigen Zweck zu machen.

Dabei setzt du die Deutungshoheit darüber voraus, ob das „etwas falsches“ ist. Dem widerspreche ich inhaltlich komplett. Ein Aufruf zur Teilnahme an einer demokratischen Wahl ist nie „etwas falsches“.

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Nein, so habe ich das nicht gemeint. Du hast gesagt man sollte das Feld nicht nur den Alteingesessenen Unternehmen überlassen und darauf habe ich geantwortet, dass nur weil andere Unternehmen für einen klimaschädlichen Zweck politisch werden, ich es immer noch richtig finde als Unternehmen politisch zu werden auch wenn es ein ethisches Unternehmen ist.
Ob es richtig ist als Unternehmen Menschen zur Wahl aufzurufen, kann man diskutieren, aber für mich zählt das Argument, unethische Unternehmen machen es, also müssen wir es auch machen, um dem entgegenzuwirken, nicht. Da überwiegt für mich, dass es das beste wäre, Unternehmen aus der Politik rauszuhalten.

Ist das nicht ein ganz klein bisschen naiv?

Wirtschaft, Gesellschaft, wir sind umgeben von politischen Regeln und Arrangements. Wirtschaft ist direkt davon betroffen, was Politik an Regeln aufstellt. Und Wirtschaft finanziert den Staat. Die „Wirtschaft“ wird getragen von Unternehmer:innen, die gleichzeitig Wähler:innen sind. Politik ist kein abgetrenntes Spielfeld.

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Ja, das stimmt es ist naiv. Die Wirtschaft ist in der Politik, meine Stimme in der Wahl wird nicht viel ändern, die Parteien unterscheiden sich in ihrem Regieren kaum und bei welcher Bank ich mein Geld habe, wird global quasi nichts ändern. Aber es geht hier doch ums Prinzip und was ich richtig finde, mache ich nicht davon abhängig, ob ich denke, dass es naiv oder ausschlaggebend ist, sonst wäre ich nicht hier.

:point_right: Aus meiner Sicht ist das der springende Punkt. Du findest es richtig, dass Unternehmen nicht auf die Bundestagswahl hinweisen. Verstehe ich das richtig? Sollte dann RTL (als Privatsender, for profit) in seiner Nachrichtensendung ebenfalls nicht auf die Wahl hinweisen? Was ist mit Zeitungen, die ebenfalls allesamt for Profit sind? Was ist mit Social Media? Wer sollte deiner Meinung nach alles nicht auf Wahlen hinweisen?

Und, als direktes Follow-up: wenn die Wahlbeteiligung runter geht, weil weniger Leute bescheid wissen, dass eine Wahl stattfindet, wie ist damit der Demokratie geholfen?

Wie schonmal gesagt: ideologisch gefällt mir eine 100%-Entflechtung von Wirtschaft und Politik total. Mir geht es hier um die praktischen Fragen, was eine Entflechtung tatsächlich bedeuten würde und wie man damit umgeht. Ich ahne, dass die Antwort(en) darauf sehr unbefriedigend sind. Darum wünsche ich mir (und finde viel praktikabler), dass alle Personen, Organe, Organisationen, Unternehmen, Stiftungen, Parteien, Medien, einfach alle, daran teilhaben, auf die Wahl (jede demokratische Wahl!) hinzuweisen. Mit dem Aufruf, sich zu informieren. Wertungsfrei und werbungsfrei.

Alles, was darüber hinaus geht, ist sicherlich diskussionswürdig. Aber zu starten mit „wir sprechen hier nicht über die Wahl“ ist aus meiner Sicht null unterstützenswert.

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Was für eine Ideologie wäre das denn?

Wirtschaftliches Handeln ist politisches Handeln. Das eine Unternehmen richtet eine Kindertagesstätte ein, um alleinerziehende Eltern in seinem Unternehmen zu fördern. Hat vielleicht eine Frauenquote. Das nächste Unternehmen führt in der Kantine für die Mitarbeiter:innen an drei von fünf Tagen vegetarisches Essen ein, weil es das aus klimapolitischen Gründen für richtig hält, oder aus Gründen des Tierwohls. Vielleicht beides. Jemand ist pro Betriebsrat, jemand dagegen. Ist das nicht alles auch immer politisch?

Ich würde argumentieren, eine Entflechtung ist schon deshalb nicht möglich, weil der eine Player (Politik) für den anderen (die Wirtschaft) die Regeln aufstellt. Wo solche direkte Abhängigkeiten bestehen, gibt es keine Entflechtung.

Meines Erachtens wäre es wünschenswert, wenn Unternehmen politischer wären! Damit meine ich nicht, dass sie sich für oder gegen irgendwas aussprechen und interne Unternehmenskommunikation für Propaganda nutzen sollen. Damit meine ich, dass sie mehr gesellschaftspolitische Verantwortung wahrnehmen können, und viele tun das bereits. Aber da ist noch Luft nach oben.

Propaganda, ich glaube, das ist, was hier mitschwingt. Was überhaupt ist kontrovers daran, wenn irgendwer zur Wahl aufruft?

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Ich glaube, mir gefällt die Verflechtung zwischen Politik und Geld nicht. Das merke ich aber jetzt erst, nach deiner Rückfrage. Darüber hinaus hast du recht. Dass das nicht entflechtbar ist, rein praktisch, ist mir eh klar, deshalb war ich der Meinung, dass eine sinnvolle Gestaltung der existierenden Verflechtung deutlich besser ist als zu sagen „Finger weg“.

Absolut. Ich glaube, wenn Unternehmen politischer wären, selbst stärkere und deutlichere Haltung zu Corporate Governance usw. entwickelten, verbesserte das auch Problemfelder wie Korruption. Aus dieser Perspektive fände ich es zum Beispiel angebracht, wenn ein Startup in Berlin mit einer hohen Quote an Expats und Zugezogenen in der internen Kommunikation die Mitarbeiter:innen neutral, ohne Wahlempfehlung, zur Wahl animiert. Das ist politisch, aber es ist nicht übergriffig, es greift nicht in die politische Meinungsbildung ein.

Ich kann mir vorstellen, dass es irgendwie ein bisschen als übergriffig empfunden wird, wenn ein Unternehmen wie Tomorrow zur Wahl aufruft. Was geht die das an, ob ich wähle! Aber ich würde entgegen, wie harmlos dieser Wahlaufruf ist im Gegensatz zu Tomorrows eigentlicher politischer Haltung! Tomorrow will seine Kunden aktiv in bestimmten politischen Feldern bilden, zum Umdenken und anderem Handeln anregen. Hier findet aktive Beeinflussung statt! Mit politischem Vokabular könnte ich sagen: Propaganda. Hier will Tomorrow aktiv ein bisschen übergriffig sein. Dass das auch Kund:innen verschreckt, sie unwohl fühlen lässt, war sicher auch ein Grund, warum man den CO-2-Rechner einfach deaktivieren kann.

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Natürlich sollten Medien in ihrer Funktion als vierte Gewalt auf die Wahl hinweisen, aber das Thema Medienlandschaft ist nochmal ein ganz anderes großes, wo es natürlich eine Menge Verpflechtungen sowohl mit der Wirtschaft als auch der Politik (Chefredakteure in Natoverbänden, Journalisten die über Reden schreiben, die sie geschrieben haben usw.) gibt. Wie man Medien gestalten sollte, darauf habe ich auch keine gute Antwort, vielleicht könnte man sie in einer Genossenschaft betreiben. Aktuell ist meiner Ansicht nach das unabhängigste, was wir haben, vom Staat organisiert, was auch nicht optimal klingt. Und natürlich braucht es mehr Vielfalt, damit Menschen zumindest eine Alternative habe in ihrer Wahl der Regionalzeitung.
Aber zurück zum eigentlichen Thema: Ja, diese Entflechtung ist utopisch. Mir ging es hier ums Prinzip und ich wollte, dass Tomorrow mit einem guten Beispiel voran geht. Ich sehe aber auch ein, dass dieses Beispiel vermutlich nie Anklang finden wird, weil die Forderung der kompletten Entflechtung zu groß ist. Und ein weiteres Problem ist, dass man schwer ein Beispiel setzt, indem man etwas nicht tut. Ein Beispiel muss ja bemerkt werden. Ich sehe also ein, dass der Vorteil es nicht zu machen nicht sehr groß ist. Ich fände es ja auch gut, wenn Tomorrow ein paar nachhaltige Wähler an die Urne bringt, aber wohl ist mir mit dem Gedanken trotzdem nicht, weil ich dann auch damit einverstanden sein müsste, wenn die Deutsche Bank über die Wahl berichtet. Was die Wahlbeteiligung angeht, ist das der Grund warum ich es zwar besser fände, wenn Tomorrow es nicht täte, aber es auch nicht dramatisch fände, wenn sie zur Wahl aufrufen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass kaum jemand nur durch Unternehmen auf die Wahl aufmerksam wird. Die Straßen und Medien sind ja dann voll damit. Ich hoffe, dass meine Annahme stimmt, ansonsten wäre mir sehr mulmig damit, wenn es eine bedeutende Anzahl Wähler gäbe die sich so wenig damit auseinandersetzen, dass sie nichtmal wissen, dass gewählt wird. Wie soll man mit so wenig Interaktion mit politischen Themen wissen, wen man wählt.

Was ich wirklich bemerkenswert finde: Tomorrow ist doch ein im Kern politisches, und politisch engagiertes Unternehmen mit einem ganz klar definiertem Anspruch, durchs wirtschaftliche Handeln Gesellschaft zu verändern.

Warum wäre es in diesem Kontext ein „gutes Beispiel“, auf einen wahlempfehlungsfreien Wahlaufruf zu verzichten? Gerade für ein politisch engagiertes Unternehmen ist es doch viel opportuner.

Tomorrow hat sich den UN-Nachhaltigkeitszielen verschrieben.

Das geht weit über die Sphären hinaus, die Tomorrow direkt als Unternehmen „berührt“. Der Zug, „unpolitisch sein“ als Unternehmensideal für Tomorrow zu sehen, ist meines Erachtes schlicht längst abgefahren. Und das, um im Bild zu bleiben, in dem Moment, als der Zug den Bahnhof verlassen hat: Tomorrow wurde aus der Idee geboren, politisch zu sein.

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Ich finde es gut, dass Tomorrow eine allgemeine Haltung hat und sich den UN-Zielen verschrieben hat. Das sind Dinge auf die man sich fast universell einigen kann, dass sie gut sind. Ich möchte nur nicht, dass Tomorrow das tagesaktuelle politische Geschehen kommentiert. Ich finde es gut, wenn Tomorrow sagt wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum, aber ich möchte nicht, dass Tomorrow eine Meinung dazu abgibt, wie man das erreichen kann. Und ich möchte auch nicht, dass Tomorrow aktuelle politische oder parteiinterne Entscheidungen kommentiert, weil das alles in Richtung Wahlempfehlung geht. Damit das nicht passiert, kann man die Grenze an verschiedenen Stellen ziehen. Ich würde sagen, Tomorrow soll politische Haltungen haben, aber sich nicht zu aktuellen Themen äußern. So wie ich @tinuthir verstehe, ist seine Grenze, dass Tomorrow Haltungen haben soll und bei aktuelle Themen nur neutral sein sollte. Und in deiner Argumentation, dass Tomorrow eh politisch sei, sehe ich keinen Grund warum Tomorrow nicht auch Wahlempfehlungen abgeben sollte.

Ich finde nicht, dass Tomorrow bei aktuellen Themen neutral sein sollte. Ich finde nur, dass Tomorrow keine Empfehlung für eine konkrete Partei oder Kandidaturen bei der Wahl abgeben sollte.

Ein Hinweis darauf, dass eine demokratische Wahl stattfindet, finde ich immer in Ordnung.

Edit: Politische Kommentare (beispielsweise, welche Strategien bei der Finanzierung von Bildungspolitik die Länder verfolgen), das wäre mir hier auch fehl am Platze. Das spielt für mich aber inhaltlich in einer anderen Liga als „Schau mal in den Kalender und geh wählen“.

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