Fehlerhafte Buchungen

Vielleicht vorneweg, damit es keine Missverständnisse gibt: Ich bin nicht betroffen von verspäteten Lastschriften und habe auch mein Konto soweit im Griff, dass eine verspätete Lastschrift kein Problem für mich wäre.

ABER.

Das ist sehr schön und vorbildlich. Nur, weil das bei dir so der Fall ist, heißt das aber noch lange nicht, dass das bei allen anderen Leuten auch so ist. Deine Forderung, man müsse sowas selber im Griff haben, mag akademisch/formal korrekt sein, wird aber der Lebensrealität vieler Leute einfach nicht gerecht.

Hier schreibst du, wie man Benachrichtigungen in Android bei Geräteherstellern sicherstellen kann, die aggressives RAM-Management betreiben. Da könnte ich, ganz polemisch, jetzt auch sagen „Hat denn keiner mehr seine Apps im Griff? Wozu überhaupt Benachrichtigungen, das gab es doch früher auch nicht? Warum kann nicht einfach jeder jeden Tag seine App öffnen und gucken, was auf dem Konto passiert ist? Ich bin manchmal wirklich verwundert.“

Das hilft aber dem Dialog nicht weiter. Fakt ist, dass es eine Erwartungshaltung an Finanzdienstleister gibt. Dieser Erwartungshaltung müssen sie gerecht werden oder halt die Konsequenzen (in diesem Fall: Beschwerden) aushalten und sich ggf. überlegen, wie sie zukünftig damit umgehen. Dein Einwand gegen diese Beschwerden ist ein Gesprächskiller, der dem konstruktiven Dialog nicht zugute kommt, darum finde ich ihn unpassend und unangemessen.

Ansonsten kann man die von dir genutzte Logik missbrauchen, um quasi jedes Gespräch über jedes Thema abzuwürgen. „Bei mir klappt doch alles.“ Da fehlt aus meiner Sicht die Empathie für die Schwierigkeiten anderer Leute.

Zumal die späten Lastschriftabbuchungen historisch nicht das einzige Problem sind oder waren. Doppelte Abbuchungen bei Pocket-Überweisungen, späte Geldeingänge und diverse andere Themen führen einfach dazu, dass die Anzeige des Kontostandes für manche Kund:innen einfach nicht zuverlässig war. Und das ist einfach ein Problem, egal, ob du persönlich davon betroffen bist oder nicht.

Darum meine Bitte: Sprich den Leuten nicht die Validität ihrer Probleme mit dem Konto ab.

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Es geht doch gar nicht darum, dass man sich nicht beschweren darf. Klar ist das nervig und die Leute verlieren das Vertrauen. Dafür gab es schon genug Probleme in der Vergangenheit. Es gibt aber einen gewaltigen Unterschied zwischen einer Beschwerde (und eventueller Kündigung des Kontos o.ä.) und einem regelrechten Verweigern des Zahlens der eigenen „Schulden“ (was ich jetzt mal annehme, wenn hier gleich Anwälte eingeschaltet werden sollen).

Dann würde ich herzhaft lachen und den Brief wegwerfen. Weil das natürlich völliger Quatsch ist. Eine Sache ist klar nachweisbar (die Thematik dieses Threads) und eine nicht (dein Beispiel).

Und hier ist der Haken. Gehen wir mal von der von dir und anderen angesprochenen Grundprobematik aus, dass man mittlerweile das nun geforderte Geld nicht mehr hat.
Fall 1: Kleiner Betrag (z.B. 5€, die wurden ja von dir und Prompto als Beispiel gewählt). Da sind wir uns hoffentlich einig, dass das jeder begleichen könnte und das Argument nicht greift.
Fall 2: Großer Betrag (Heizungsreparatur, sagen wir mal 1000€). Hier greift dann, meiner Meinung nach, das Argument von gummipunkt, dass man seine Finanzen im Blick haben sollte. Wer nicht merkt, dass ein so großer Betrag nicht abgebucht wurde, hat vermutlich gar keinen Überblick über seine Finanzen. Alle anderen hätten dann entweder den Support kontaktieren, oder das Geld (in der Hoffnung, dass die Bank es nie merkt) zumindest vorhalten sollen.

So ein Zufall. Heute ist das hier zu lesen. Ich poste es hier, vielleicht hilft es den Betroffenen bei der Abwägung etwaiger Ansprüche.

@Turbotomate Da stimme ich dir grundsätzlich zu.

Aber noch viel eher sollte das Problem auf Seiten der Bank ja gar nicht erst passieren. Da sind wir uns sicher ebenfalls einig.

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Hier ist ja der Unterschied, dass N26 nix bezahlt hat, also die Kunden säumig waren.

Bei Solarisbank wurden die Beträge ja tatsächlich überwiesen, nur eben nicht bei den Kunden belastet. Oder erinnere ich mich da falsch?

Ja, das ist im Artikel ja auch beschrieben. In der Schadensersatzforderung geht es aber um den Schaden, den der Kunde wegen der fehlerhaften Buchung direkt im Zusammenhang mit der Bank erlitten hat (z.B. weil sein Konto über einige Zeit nicht gedeckt war), nicht um den Schaden, der aus einer unbezahlten Rechnung wegen der nicht eingelösten Lastschrift erstanden ist.

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Ein Update zum Thema Kontoauszüge:
Die am Freitag abgebuchten Lastschriften sind auf dem Kontoauszug im November gelistet. Die Auszüge der vergangenen Monate bleiben also unverändert.