Wie ist Tomorrow auf die neuen Benefits gekommen?

Zwei neue Marken die mich anspringen in den Benefits sind „The Female Company“ und „WEtell“.

Bei der ersten Firma geht es scheinbar um Periodenprodukte, weshalb ich mich frage, warum dass Menschen die bei der Registrierung „Mann“ angegeben haben überhaupt angezeigt wird, wenn es offeensichtlich keine Relevanz hat. Ist dort keine Personalisierung nach Geschlechtern möglich?

Zudem zur Marke „WEtell“: Der günstigste Tarif kostet 15€ monatlich mit nur 100 Minuten, danach einfach 19 Cent Pro Minute. Eine SMS kostet jeweils 9 Cent und nur 1 GB Datenvolumen. Das scheint bei Vodafone zu sein. Das finde ich preislich schon ziemlich frech. Aktuell zahle ich auch 15€ für das 50 fache an Datenvolumen mit einer Telefonie- und SMS-Flat bei der Telekom.

Werbung in Apps ist generell unästhetisch und in einer Bankingapp einfach fehl am Platz.
Der Überweisungsautomat fragt mich ja auch nicht ob ich villeicht noch einen neuen Handytarif brauche oder was für meine Periode, geschlechterunabhängig. Würde der Überweisungsautomat das machen, würde fast keiner mehr der Bank sein Erspartes anvertrauen.

Vor kurzem habe ich euch noch überall weiterempfohlen. Aber nach der EInführung von Werbung und der Kostenpflichtigkeit des Kontos wird es immer schwieriger. Nachhaltigkeit darf eben nicht das einzige Argument sein, wobei immerhin sieht die App sehr schön designt aus :slight_smile:

Habt ihr eine Meinung dazu?

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Genau das, danke :+1:t3:

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Ein Argument gegen individualisierte Ansprache ist Datensparsamkeit.

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Ja genau aber Tomorrow plant zukünftig das Gegenteil von Datensparsamkeit: „ Wir möchten unsere produktbezogene Kommunikation verbessern und dir in der Zukunft nur für dich relevante Nachrichten senden.“ (aktuelle iOS Beta) Denke bald wirst du keine Werbung mehr für Periodenprodukte sehen @simon1 :slight_smile:

Datensparsamkei ist natürlich auch wichtig. Allerdings wird doch sowieso von Tomorrow mein bei der Registrierung angegebenes Geschlecht gespeichert.

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Okay, bin eigentlich auch in der Beta und habe das noch nicht mitbekommen, danke

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Möchte mich korrigieren. Bei „Thefemalecopany“ gibts gerade von 300€ auf nur noch 200€ reduizert das „Beducated-Zugang-Jahresabo“. Laut Beschreibng „Das Netflix für Sexual Education. Egal ob Tantra Workshop, sinnliche Massagen, Fesselspielchen oder Self Care - Auf Beducated findest du die richtigen Tools und Tricks für ein erfülltes und aufregendes Liebesleben.“

Für sowas bekomme ich natürlich gerne einen Gutschein meiner Bank. Also doch für jeden etwas dabei.
Wobei in der Tomorrowapp steht „15% auf Periodenprodukte“. Gilt das dann nicht für alles? :frowning:

Finde es nicht richtig manche Unternehmen nur abhängig vom Geschlecht anzuzeigen. Ich kann ja auch als Mann darauf aufmerksam gemacht werden, dass es nachhaltige Periodenunterwäsche gibt. Diese dann an meine Freundin empfehlen etc…
Man kann sich ja auch bestimmte Kategorien anzeigen lassen, um interessante nachhaltige Konsumgüter zu finden.
Es sollte einfach eine Möglichkeit geben, das Feature komplett oder gar nicht zu aktivieren aber keine Werbung abhängig vom Geschlecht.

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Man stelle sich analog den Sparkassenmitarbeiter oder die Sparkassenmitarbeiterin vor, die dir diese Kooperation bei einem Gespräch in der Filiale vorschlägt. :triangular_flag_on_post::cake: Absurd. Find das hat in einer Bankingapp nichts zu suchen und ich würde wie @Tilo schreibt, das Ganze gerne deaktivieren oder ausblenden können.

@Vinz Btw firebaselogging findet trotz deaktivierten Schaltern unter iOS immer noch statt.

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Ich persönlich finde es einfach nicht relevant, mein Geschlecht, meine sexuelle Neigung, mein Alter, meine Ernährungsvorlieben usw. … hier zur Einschränkung als Filter anzuwenden. Und nicht alles kaufe ich für mich selbst. Ich ziehe es in diesem konkreten Fall vor, wenn persönliche Infos nicht mit App-Funktionen wie Affiliate Marketing verknüpft sind.

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Ich möchte ehrlich gesagt überhaupt keine Werbung sehen.

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Bei Bezahlprodukten finde ich Werbung auch sehr schwer zu verkraften. In dem Moment, wo man für einen Dienst zahlt, ist (bei mir) die Erwartungshaltung, dass keine Werbung mehr nervt und man nicht mehr getrackt wird.

Das scheint aber immer mehr aufgeweicht zu werden. Online-Medien ziehen beispielsweise Bezahlschranken hoch - gegen Geld gibt’s Artikel. OK, schön, gute Arbeit kostet Geld. Aber Werbung und Tracking abschalten kostet dann nochmal was extra. So in die Richtung ist es ja hier nun auch.

Ich vermute, dass die Preise, die Tomorrow für die Kontomodelle angesetzt hat (bzw. das Online-Medium, an das ich denke, für seine Bezahlschranke), nicht ausreichend hoch sind, um die Kosten tatsächlich zu decken.

Darum wäre die logische Frage, die sich Tomorrow stellt: Wie halten wir unsere Kundschaft besser an Bord? Mit höheren Preisen und ohne Tracking und Werbung? Oder mit niedrigeren Preisen und dafür mit Tracking und Werbung?

Vielleicht wäre ein werbe- und trackingfinanziertes kostenloses Modell gegenüber werbe- und trackingfreien Bezahlmodellen eine Option, die der Diskussion würdig wäre.

Argumentativ ist aber völlig klar: Wenn sich das Konto nicht langfristig selbst finanziert (egal wie), dann gibt es Tomorrow einfach gar nicht mehr.

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Ich bin auch insgesamt gegen die Werbung, da ich für Tomorrow zahle und es eine Banking-App ist. Eine Personalisierung nach Geschlecht und (was ja nur logisch wäre) dann auch nach Alter möchte ich erst recht nicht.

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Ich möchte hier mal den Begriff „Werbung“ schärfen. Landläufig ist Werbung, womit Werbeeinnahmen generiert werden. Jemand anderes zahlt mir Geld dafür, dass ich seine Dienste bewerbe.

Dann gibts die Werbebanner in der App, mit denen Tomorrow auf die eigenen Features hinweist. Diese sollten sich meines Erachtens in den App-Einstellungen deaktivieren lassen können. Hier wäre es vorbildlich, wenn Kund:innen Kommunikationswege selbst festlegen können: App-Banner okay, aber keine Werbung per E-Mail zum Beispiel.

Die Benefits sind etwas anderes. Natürlich hat Affiliate-Marketing werblichen Charakter, aber es werden keine Werbeeinnahmen erzielt sondern Provisionen erwirtschaftet. Und Tomorrow kuratiert die Inhalte. Benefits sind irgendwo zwischen (reinrassiger) Werbung und redaktionellen Produktempfehlungen angesiedelt. Wichtig ist hier vor allem, dass die Beziehung transparent ist. Also nicht wie die Bunte, die auf der einen Doppelseite einen redaktionellen Artikel zu Demenz schreibt und dann auf der nächsten Seite die passende Ginko-Pille bewirbt.

An den Absatz zu den Benefits möchte anschließen, dass natürlich offensichtlich ist, was hier abgeht: Benefits sind eine Einnahmequelle für Tomorrow. Die Kundenbeziehung wird monetarisiert. Auch bei Tomorrows offensichtlichem Interesse an dieser Einnahmequelle kann man gleichzeitig glauben wenn sie sagen, dass sie eine konsumkritische Grundhaltung vertreten, und gleichzeitig aber mit Affiliate-Marketing Konsum zu nachhaltigeren Anbietern lenken möchten. Das ist ein Sowohl-als-auch, und es greift überhaupt nicht in die individuelle Konsumentscheidung ein.

Zur ökonomischen Grundlage: Die Situation ist kompliziert. Wir alle wissen, dass Fintechs in der Aufbauphase Geld verbrennen. Das ist bei Tomorrow nicht anders. Kundenwachstum kostet. Produktentwicklung kostet. Personal kostet (viel, wenn man faire Löhne zahlt). Support kostet, Banking-as-a-Service kostet … Im direkten Vergleich zu Mitbewerbern wie N26, Revolut, Vivid beschneidet sich Tomorrow zusätzlich selbst: die Interchange-Spende, das „pro bono“ angebotene Spenden-Feature verursacht Kosten für Tomorrow (Entwicklung, aber auch der laufende Unterhalt).

Wir haben mit Tomorrow ein Fintech, das aktuell noch mit sehr vielen Bestandskunden ohne Kontogebühren wirtschaftet, das sich selbst in eine ökonomisch ungünstigere Ausgangsposition bringt (im Marktvergleich), das mit dem Anspruch an Nachhaltigkeit in einer (wenn auch wachsenden und gerade trendigen) Nische agiert, und beim Wagniskapital (VCs) nicht mit jedem in die Kiste springt.

Es gibt also schon rein ökonomisch härtere Zwänge, die Erträge zu steigern – wieder im Marktvergleich. In Zusammenhang mit den Kontogebühren: Ob die Preise und die Kontomodelle aufgehen, ob also die Waage gefunden wurde zwischen Preis und Produktleistung, das wird sich erst in einer Weile zeigen. Wie justiert man das? Wie stellt man den Kontopreis ein, um auf weitere Ertragsquellen (wie Affiliate Marketing) verzichten zu können? Ich kann das, ehrlich gesagt, nicht beurteilen. Ich habe schlicht keine Ahnung über die Ertragslage, wie z.B. die EÜR beim Kontomodell „Now“ konkret aussieht. Ist das schon kostendeckend? Erst, wenn alle 2 Monate kostenpflichtig Geld abgehoben wird? Nur bei Android-Nutzern, weil Apple Pay und Interchange-Spende ins Geld geht? So viele Details …

Meine Aversion gegen Affiliate-Marketing gerät dann in den Hintergrund, wenn das Interesse am nachhaltigen Erfolg und Fortbestand von Tomorrow in den Vordergrund tritt. Da ist es für mich dann okay, wenn die „Benefits“ an den Start bringen, auch wenn mich das nicht sonderlich interessiert. Die sollen ruhig ausprobieren, was funktioniert. Wenn’s niemand nutzt dann ist das auch schnell wieder in der Tonne.

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An sich hast du ja recht, aber ich finde den Unterschied zwischen Affiliate Marketing und Werbung für mich als Nutzer nicht sehr spürbar. Ich verstehe auch, dass Tomorrow höhere Einnahmen braucht als es Kosten hat. Mein Ansatz wäre die Ressourcen, die das ganze Planen und Verhandeln der Benefits verbraucht hat, in die Entwicklung von neuen Funktionen zu stecken für die Tomorrow dann höhere Gebühren fordert als sie für Tomorrow Mehrkosten verursachen. Ein gutes Beispiel dafür ist Barzahlen, was ja zum Glück jetzt endlich angegangen wird. Man hätte das aber viel früher umsetzen können und in der Zeit Gebühren einnehmen können.
Edit: Ich habe auch gar kein Problem damit, dass es das nun gibt. Die Ressourcen wurden investiert und es nützt sicher dem ein oder anderen. Es jetzt abzuschalten wäre eine Verschwendung von Ressourcen. Ich möchte nur eine Möglichkeit den Reiter auszublenden. So kann weiter an denen verdient werden, die es nutzen möchten und die, die es stört, können es ausblenden. Ich glaube auch nicht, dass das einen großen Verlust an Einnahmen darstellen würde, da die, die es ausblenden, es wohl eh nicht nutzen würden.

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Ich dachte die ganze Rechtfertigung für das 3€-Konto statt dem kostenlosen war gerade, dass dann Tomorrow nachhaltig wirtschaften kann. Wenn das nicht geht, sondern jetzt auch noch auf Werbung gesetzt werden muss, dann waren die 3€ pro Monat wohl einfach zu niedrig angesetzt.

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WETell ist übrigens ein wirklich toller Mobilfunkanbieter und ich finde die 30€ für den großen Vertrag nicht zu teuer. Umweltfreundlichkeit, Datenschutz etc. haben halt ihren Preis. Und deren Umsetzung ist echt glaubhaft.

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Gut möglich! Ich habe in die Preisgestaltung keinen Einblick. Ich wollte nur darauf hinaus, dass, soweit ich weiß, Tomorrow nach wie vor rote Zahlen schreibt. Ob man von vornherein wusste, dass die 3 Euro nicht ausreichen oder ob man das erst im Nachhinein gemerkt hat, weil irgendwas teurer war als erwartet (oder teurer geworden ist - speziell Energie schießt ja gerade in die Höhe, weiß nicht, ob das ein treibender Faktor sein könnte) ist ja aber letztlich auch egal. Solange Tomorrow miese macht, muss man sich auf weitere Einkommensquellen einstellen.

Gefallen müssen sie einem natürlich nicht, so wie in diesem Fall sie mir auch nicht gefällt.

Zu den Affiliates allgemein habe ich mich schon geäußert, daher nur kurz soviel: Es gibt Männer mit Periode und ich möchte auch nicht, dass meine Daten entscheiden, was ich zu sehen bekomme. Datensparsamkeit ist ein wichtiger Grundsatz.

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das Ding ist ja, dass die Bestandskunden ausgenommen sind. kann mir schon vorstellen, dass die Kalkulation mit dem günstigsten Konto passt. die Benefits wären ja zumindest eine Möglichkeit, die Bestandskunden mit dem kostenlosen Konto zu monetarisieren.